höchster Strafe untersagen. Sie haben hiezn sehr großeBeweggründe vor sich. ES ist viel schöner, Mittel zu fin-den, das Leben nnd den Wohlstand der Unterthanen zu er-halten, als viele Schlachten zu gewinnen nnd Provinzenzu bezwingen. So lange man leidet, daß die Marimender Duellanten ln einer Armee statt finden, daß man näm-lich eine Beleidigung mit dem Blute des Beleidigers ab-°waschcn müsse; so entfernt man alle diejenigen von IxnKriegsdiensten, die der Vorschrift der Religion von Herzenzugethan sind. Ist das aber nicht dem Dienst eines großenHerrn nachtheilig, wenn sich nur diejenigen Personen, dieam wenigsten Gewissen besizcn - darein begeben ? Ist esl wahr, daß man kein Soldat seyn könne, ohne die Absicht^ zu haben, den ersten, der uns beleidiget oder herausfordert,recht tüchtig anlanffen zu lassen; so folgt daraus, daß mannicht zugleich ein Soldat nnd ein Christ seyn könne. SchiktcS sich aber, daß ein Regent keine andere als Religions-Bcrachtcr zu Bedienten oder Soldaten haben wolle? Ist, dieß daö sicherste Mittel, den Segen EottcS über eine Ar-
c mce zu bringen, wenn man unter derselben die göttlichen
Gebote öffentlich mit Füßen treten läßt, nnd diejenigen als^ verzagte nnd halb infame Leute anflehet, die dieselben in
j Ehren halten? Es ist demnach sehr wichtig, ja höchst-
^ nothwendig, daß diejenigen, in deren Handen eS stehet,
! keine Sorge sparen, jene gräulichen Marimen zu vertilgen.
? Man sagt, es sey nöthig bey Ofsiciercn und Soldaten den
gehörigen Muth zu unterhalten und zu vermehren; und da-j zu sey nichts dienlicher als die gangbaren Marimen der Eh-re, wodurch der Muth seine Uebung finde, und sich Gele-s genhelt verschaffe, ohne alle Schocken in Gefahren zu gehen,i Aber wenn es auch wahr wäre, daß dergleichen schädliche! Lchrsaze das sicherste Mittel wären, den Muth der Solda-i ttn zu unterhalten und zu vermehren; so würde man doch