ei» solches Mittel nicht begünstigen müssen, weil man z»Erreichung eines gu'en ZwekS sich keiner bösen Mittel be-dienen darf. Und mas ist im Grund ein Muth ohne Tu-gend , und eine Ehreuthat, die Schmach ist? Man irretsich gar sehr, wenn man glaubet, daß die Grundsäze derReligion, wenn sie dem Herzen recht tief eingcdrükt wor-den , nicht eben so witksam wären, als die Mariwen derDuellanten, wahren Muth einzustoßen, und cdclmüthigeVerachtung deS Lebens zu erzeugen. Hier zeugen Vernunftund Erfahrung für die Vorzüglichkeit der Neligionsgrund-saze. Die Wenigsten machen auch diesen Vorzug der Re-ligion streitig; aber die Ehre, die Ehre! — Elendes undtrauriges Vorurchcil! kann denn die Ehre mit der reinenVernunft in Widerspruch stehen? Kaun die Verwegenheiteines tollen Menschen uns beschimpfen und erniedrigen ? Kanndas Verbrechen eines andern unS die Ehre nehmen ? Rau-bet es uns unsere Tugend, oder gibt es eine Art von Eh-re, welche nicht die Tugend zur Grundlage haben müßte?Man vermenge doch ja nicht den geheiligten Namen EhreMit dem rohen Vorurtheilc, das alle Tugenden auf eineDcgcnspize stellet, und nichts taugt als wüthige Bösewichtexzu erzeugen. Mag denn die Sitte, wenn man will, Behelffür mangelnde Rechtschafsenheit senn; wo die Ncchlschaffcuhcirselbst herrscht, da braucht es eines solchen Behelfes nicht. Undwas soll man von dem halten, der sich dem Tode auSsczt umsich der Mühe zu überheben, ein rechtschaffener Mann zu seyn?Keinem Stande siehet es weniger an, den Degen in derRepublik zu ziehen, als den Soldaten. Sie haben sichverpflichtet, ihr Blut für ihren Monarchen und für daS Wohlseiner Unterthanen zu vergießen, nicht aber alle bürgerlicheVerfassung zu zerstöre». Ziehen sie den Degen wider einenandern Stand, so werden sie Feinde des Staats, und ver-lieren mehr an ihrer Ehre, als sie daran gewinnen. Sie
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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
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