scn wollen. Er findet bey keiner Armee wieder Dienste,er ist verachtet — waS soll er thun? Macht er hingegenseine Sache aus, und sein Gegner bleibt auch aus demPlaz, so findet er, wenn ihn auch sein Fürst nicht begnadi-gt, allenthalben Dienste. Sprechet, ist der Tod wohl fürch-terlicher, alS ein Leben ohne Ehre und ohne Brot?
Auf diese.Art werden wichtige und zum Theil sehr auf-fallende Gründe zur Vertheidigung und zum Beweis derNothwendigkeit mancher Duelle angeführt. Wir haben sie,um allem Verdacht der Parthcylichkeit auszuweichen, nichtverhehlen wollen. Indeß wird man uns aber auch nicht übeluehmeu, wenn wir sagen, daß unS dieselben nicht entschei-dend vorkommen, und daß es diesen Vertheidigern nichtschwer fallen werde, unsrer Meynung beyzutrcten, wennsie so viel Liebe zur Wahrheit haben, als sie bisher zu demehrgeizigen Gespenst gehabt, das ihnen gefallen hat, undvon welchem sie sich beherrschen lassen.
Da die Vertheidiger der Duelle selbst elngestchcn, daßsie sich weder mit den göttlichen noch mit den weltlichenGcsczcn reimen lassen, und da durch die einmal festgesessenBegriffe von Ehre und Hcrzhaftigkcit erwiesen ist, daßdie wahre Ehre nicht blos durch ein Duell gerettet wer-den könne, und daß das Duell kein untrügliches Zeichenächter Hcrzhaftigkcit sey, so wird uns zur Entkraftung die-ses Vorurtheils, wesig mehr zu sagen übrig bleiben. Wirwollen nur in möglichster Kürze, noch einige Hauptwabrhei-tcn wiederholen, und sie ihrer Vernunft und ihrem Herzen,j» weiterer Prüfung vorlegen.
Wenn es auch wahr wäre, wie die Duellanten vorge-ben, daß die Absicht der Landesherren, die so vielerlcy harteBefehle gegen die Duelle herausgegeben, mir welchen es