heiterer Geist, den nichts crschrcken, nichts aus seiner Fas-sung bringen kann, und welcher bey den grüßten Gefahrenund dem Tode selbst, wo andre beben und zagen, nochmit einer Freyheit deö Verstandes handelt.
AuS innerm Vertraue» des Tugendhaften auf Gott,entstehet ein solcher achter Muth, der seine eigene Kräftefühlet, und jene Zuversicht, jene Ruhe des Geistes, die ei-ne Folge der leztern ist.
In dieser Gemüthsfassung mußte Heinrich I V. gewesenseyn, als er vor dem Gefecht bey Argues dem gefangenenGrafen Velin, der sein Erstaunen über die geringe Anzahlder Soldaten bezeugte, die um den König waren, mit Freu-digkeit sagte: „Sie sehen sie nicht alle, denn sie zählen
„nicht dazu Gott und meine gute Sache, die mir bey-„stchen."
Diese Ruhe des Gemüths, diese Heiterkeit der Seele,alle diese Gaben, die den Helden ausmachen; dieser kalteund bedachtliche Muth, jener sichere und zuverläßigc Blik,der in den größten Gefahren sich stets gleich bleibt, unddie größten Thaten wirket, ist jedoch bey dem Tugendhafte-sten nicht immer und auch nicht in gleichem Grade anzu-treffen ; sie ist ein Geschenk der Natur und angeboren. Hö-re, mein Sohn, was der unvergeßliche Thomas Abbl inseiner Abhandlung vom Verdienste hierüber sagt: „Manmag es ansehen, wie man will, so bleibt immer diesegänzliche Entfernung von allem Zagen, diese Fassung dc-s Ge-müths, darin nichts befremdet, darin man bey jedem Dorsal!so ist, als ob man zu Hause wäre; dieses bleibt ein Ge-schenk der Natur. Die Wirkung der Scelcnkräfte muß da-zu vermuthlich so beschaffen seyn, daß die Lebhaftigkeit deralten Ideen immer gleich stark erhalten wird, um der Leb-