MMMWW WVMMMWt
r45
Daurende Erbitterung und Feindschaft, was ist schrekli-ckcr — und wie gern erkauften wir oft unsre Ruhe mit ei-nem zehnfach größeren Verlust, als jener war, der die er-k sie Rache veranlaßte!
widerstand ohne Hast, sagt man, dies ist das Mei-M, sierstük der Moral. Ader bey allen Tugenden ist es ams schwersten, genau die Grenzen derselben zu bestimmen, sieft rein von den Schwachheiten und Leidenschaften zu erhalten,die mit ihnen eine gewisse Aehnlichkcit haben, und wozudieselben Anlagen des Gemüths, die der Ausübung jenerTugenden günstig sind, auch leicht verführen können. Ausder Vereinigung beyder Anlagen, wenn daS Zvrnartigc undHeftige mit dein vernünftigen Theile und mit den Begier-den nach Vergnügen in Harmonie gebracht wird, entsteht,wie Plato in seinem Werke von der Republik sagt, der Cha-rakter der Gerechtigkeit in der menschlichen Seele; dann istRuhe und allgemeine Liebe im Grunde der Seele immerherrschend, und doch fehlt cS, wenn die Gelegenheiten da-zu auffordern - nicht an demjenigen Eifer gegen das Böse,an demjenigen lebhaften Unwillen gegen ungerechte Beleidi-ger, Ucberlrcter der Geseze, ohne welche, weder Unterge-bene regiert, noch ungerechte und unternehmende Menschen,im Zaum gehalten werden können. Und in diesem Ver-stände ist widerstand ohne Hast daS Meisicrstük in derMoral, weil er auf die Vereinigung von Tugenden beruht,die selten beysammen sind, und ein in allen seinen Theilengleich vollkommen gebildetes Gemüth anzeigt, widerstandohne Haß, das ist eigentlich Liebe der Feinde. Denn wokein Widerstand nothwendig ist, da ist Feindschaft, Ein-bildung oder Bosheit,