Druckschrift 
Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

gcrachet werden ; und war der, welcher etwas das unter demSchuz des Mannes von Ehre stand, beschimpft haue, auchein Mann von Ehre, so mußte man sich schlagen und derMann von Ehre wurde ein Bvscwicht.

Maü würde eine sehr große Menge von Beyspielen angebenkönnen, wie weit die Raserey der Duelle in dem rzten undlöten Jahrhundert, und bis zu dem Ansauge deS jezigengegangen ist. In der traurigen Geschichte deS Herzogsvon bloutmorenc^ licset man von einem Schlager Namens !Louteviils, dem Ludwig Xlll. den Kopf mußte herunter ^schlagen lasten. Im Ansauge der Regierung dieses Königs,waren die Duelle so gemein, daß man immer zuerst fragte:Wer hat sich gestern geschlagen?" Und hatte man zuMittag gegcsten,wer ist erstochen worden? Wer hatsich diesen Morgen geschlagen? Herzoge, Prinzen vvm >Geblüte, waren von dieser Gefahr nicht ausgenommen. Wie ibetrübt ist nicht der Tod des Baron von Lux, und seinesSohnes, die beyde der Limvulisr von Euils in Monatszcit ,erstach l

Doch ich komme wieder zurük auf jene alteren Ritter-zeiten. In diesen wurden die vom bürgerlichen Stande durchdie Waffen unterschieden, denn sie konnten sich nicht andersals mit einem Stok herumschlagen und durften nur einSchild führen.

So war eS Gebrauch unter den Longobardcn, Nor- -mannern und Franzosen.

Schon in den alten Gesezcn der Griechen finden wir,Laß die Stvrschläge mit Geld bezahlt worden sind. DasSalische Gcsez enthalt noch eben diese Strafe. In denGesezcn der Longobardcn, war es zu Darl des GroßenZeiten noch ein Gcsez, sich auf ein Paar tüchtige Knippel