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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
Entstehung
Seite
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Wem ist nicht dtr Graf von Gleichen betau,n, mit sei-nen zwey Weibern, deren eine er mit sich aus Palästina alseine liebe Beute brachte. Sie trägt st» ganz den Stempeljenes Zeitalters an sich, und wohl dem verträglichen Wei-bs , das sich über ihre schöne Ehebettsmitgcnossin, die dieBcfrcyerin ihres Gemahls war, sogar nicht ärgerte, dachsie dieselbe vielmehr recht herzlich liebte, und sie beyde inLiebe und Freude wettcisernd, an dein guten Grafen hin-gen, und ohne Eifersucht Kuß und Ehebett lheiiien.

Den Damen Zu lieb, thaten schon vorher manche Rit-ter Wallfahrten zum heiligen Grabe. Unter dem Gefolgeder Kreuzfahrer selber, befanden sich viele Personen weib-lichen Geschlechts, und manche sogar, die sich nicht scheu-ten , ihren zarten Busen in einen rauhen Panzer zu schmie-gen.

Die Liebe hatte immer an den ritterlichen Uebungen,auch in den lcztcren Zeiten noch sehr großen Antheil.

Eine charakteristische Anekdote aus dem Zeitalter Maxi-milians, wie da der Ritter liebte, ließt man in einem der lältern Stüke dcS T. Merkurs, vom dvaubcr. Er verliebte !sich in ein Fräulein von Hofe. Ein andrer, ebenfalls ein !baumstarker kernfester Milo , warb zu gleicher Zeit mit ihm jum ihre Hand. Die Entscheidung, wer sie davon tragen !sollte, ward dem Kaiser überlassen. Sein Salomonisches 'Urtheil war: Die beyden Ritter sollten sich mit einanderschlagen, und wer den andern im unverblümten Sinn desWorts in Sak schieben würde, sollte die Dame erhalte». 'Ritter Maubcr sielte seinen Gegner in Sak, und gewann.

Man schlug und balgte sich zu Ehren der geliebten Gc« 'bieten» bis aufs Blutvergießen, und die Nebenbuhler un- ^rerlicßcn nichts, sich bey solchen Gelegenheiten zu unterschei-