-— i3
glühende Eisen probiren wollte, so untersuchte man vorherihre Hände sehr genau, verband dieselben mit Leinwand,und druckte ein Siegel darauf, damit sie dieselben nichtmit einem gewissen Kraut reiben, oder mit einer Salbeschmieren konnten, wodurch etwa die Gewalt des Feuer»oder des angefaßten Eisens geschwächt werden konnte. Die-ses Eisen mnßrc vorher durch einige Gebete eingeweiht wer-den. Man schrieb hernach demselben eine wnnderthaligeKraft zu, die sich davon gleich entfernen sollte, sobald eszu einem andern Gebrauche angewandt worden wäre»
Noch mehr Ceremonien kamen vor, wenn das Wasserzur Wasserprobc eingesegnet werden sollte. Denn man laSzuvorderst eine solenne Messe für die Beklagten, man er-mähnte sie im Namen der heil. Dreyeinigkeit, und bey al-len Religuien der Heiligen, nicht zum Altar zu nahen, wennsie Schuld hätten. Man reichte ihnen hierauf das Sakra-ment und sagte zu ihnen: Der Leib und das Llut
Christi gereiche dir zur probe, zur Ehre Gottes, undErbauung seiner Dirchc! Darauf bereitete man dasWeihwasser zu, welches ein Priester an den Ort brachte,wo die Prüfung angestellt werden sollte. Liste Gegenwärti-gen mußten davon trinken, und zwar bey dem Geber kniecnd,vornehmlich aber diejenigen, die ins Wasser geworfen wer-den sollten, denen man die Worte zurief: Dieses D?cih«wasser sey deine probe durch unsern Zerrn Jesum, derder wahre und gerechte Richter ist. Man zog darauf demBeschuldigten die Kleider aus, man ließ ihn das Evange-lium küssen, man band ihm Hände und Füsse, man be-sprengte ihn mit Weihwasser, und warf ihn sodann insWasser. Es mußte aber sowohl der Beklagte, als die soihn inS Wasser warfen, nüchtern seyn. Man sprach auchdda Erorcisinus über das Wasser, und beschwur es im Na-