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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
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Uns ihrer Glieder durch einen Mörder verloren hatte, sahsich zugleich als beschimpft und erniedriget an, so langenicht der Thäter, oder an statt seiner, eine Person vonscincin Blute und seiner Familie, mlt dem Leben dafür ge-büßt hatte. Die Vater legten ihren Kindern auf ihrem Tod-bette die Verpflichtung aus, den, welcher sie eines geliebtenVerwandten beraubt haue, und dessen ungerächetc Beleidi-gung ihnen zum Vorwarf gereichte, in seiner Person oderin seinen Nachkommen zu verfolgen. Mehrere Generatio-nen hindurch konnte die Gelegenheit sich zu rächen, verscho-ben bleiben, und sie wurde dennoch mit eben der Hizc er-griffen , als wenn die Beleidigung erst gestern geschehen wä-re. Die Familie dcS Mörders, weit entfernt, dieser Wic-dervcrgeltnng, als einer Ausübung der Gerechtigkeit sichzu unterwerfen, oder zuvorzukommen, fand ihre Ehre gleich-falls interessier, die That ihres Ahnherrn oder Freundesd ehzufechten. Das, was sie zur Strafe für erwiesenesaltes Unrecht litten, betrachteten sie als neue Beleidigun-gen , die wieder gerathet werden mußten. So entstandenimmerwährende grausame Kriege, innerhalb der Grenzen je-des Staates selbst.

Auch in den Gesczcn der Juden finden sich Spuren die-ser alten Gewohnheit. Die Frcystadtc, welche der Erobe-rer und AuStheiler ihres Landes denjenigen anwies, die ei-nen nicht ftcywilligcn Todtschlag begangen hatten, bewei-sen, daß ein vorsezlirher Mörder den Verwandten deS Er-schlagenen, von den Gesczcn Preist gegeben wurde.

Die Deutschen lebten in einer nngezäi'mten Freyheit.Sie sahen als ein Zeichen ihrer Unabhängigkeit an, we-gen Ränberey, Mord, oder andrer Beschimpfung, entwe-der Geschlecht mit Geschlecht, oder Mann mit Mann zufechten. Doch muß mau den (Lothen in so weit Gerech»