die Gefahren. Ihre Tapferkeit war keine Tapferkeit, weilsie nicht einmal der Vortheil ihrer Unterthanen war. Sieplünderten die Welt, und ihr Krieg war wider das ganzemenschliche Geschlecht. Ihre Tapferkeit war eine thörichteVerachtung des Lebens, und bey gewissen Umstanden, eineviehische Hizc sich zu rächen.
Die bürgerliche Vereinigung ist nicht gleich anfangs,nicht zu allen Zeiten, nicht in allen Staaten, so vollkom-men gewesen, daß der Schuz der Gcseze die Menschen vonder Selbstverteidigung hätte lossprechen können. In eini-gen hat cS an einem Kriminalgesezbnche gefehlt ; in andernsind einzeln.' Glieder des. StaarS, oder gewisse Klassen Bür-ger für die Macht der Geseze zu stark gewesen. In allensolchen Staalen und Zeiten, sind Privatschdcn unvermeid-lich , und werden daher für erlaubter angesehen. Die Blut-rache bey den Skandinavischen Völkern, bey den Morgen-landern und bey den meisten Nationen auf der ersten Stufeihrer Knlrnr, ist eine Folge der mangelhaften Geseze. DasFanstrecht der mittlern Zeit ist eine Folge von der Ucber-macht des Ädels gewesen. Zu den Zeiten deS Tacitus,war unter den deutschen Völkerschaften schon die Blutrachein eine Leska^simg mit Dingen, die Geldes werth sind,namentlich mit Vieh, ihrem vornehmsten beweglichen Eigen-thum, verwandelt worden. Diese Gewohnheit, daß eine Fa-milie sich den Tod ihres Anverwandten bezahlen ließ, wargewiß nicht die älteste, denn sie ist nicht die natürlichste.Die Geschichte lehrt uns, was die Vernunft vermuthen laßt,daß In Nationen und Zeitpunkten, wo znr Bestrafung derVerbrechen die Ge'czc keine Regeln gegeben, und die öf-fentliche Macht leine wirksame Anstalten gemacht hatte, dieRache nicht nur eine unausbleibliche Leidenschaft, sonderneine Pflicht und ein Ehrenpunkt wurde. Eine Familie, die