Druckschrift 
1 (1810)
Entstehung
Seite
406
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4^6 . Po'!

ein mit Filz oder Leder überzogenes Holz, oder die soge-nannten Polirstöcke, oder Streichhölzer, welchedenn gewöhnlich mit Leder umwanden werden. Diesebestehen i) zu Schmirgel mit Oel aus Eichen-oderNußbaumholz 2 ) zur feinern Politur aus weichermHolze, als Erlen?, und noch bssser Apfel - Birnbaum-und Kreutzdornholz. Diese Hölzer müssen so geschnittenwerden, daß die Holzfasern perpendikulair zu stehen kom-men. Sind die Theile, die polirt werden sollen, rund;so wird das Poliren zwischen der Drehbank vorgenom-men. Man muß beym Poliren immer geraden Strichhalten. Mit einem baumwollenen Lappen wird zuletztalles noch einmal abgerieben, und die Räder mit einerfeinen Bürste ausgeputzt.

Zum Poliren des Stahls wird zuerst Schmir-gel und Eisenschlaken, mit Oel vermischt, genom-men, und mit Bley oder Holz gerieben; darauf folgtder klar gemachte Oelsteinschlief, oder der Levan-tische Wetzstein, mit Holz und Oel, dann derCrokus Martis oder das englische Braunrothgleichfalls mit Holz und Oel, Filz oder Leder, sodanndie Zinnasche und endlich der Blutstein, beydesentweder mit Kupfer, oder mit Holz, und Stein, zu-letzt mit Leder und Filz, mit oder ohne Oel. Diefeinste Stahlarbeit in Taschenuhren wird erhalten, erstmit einem Wetzstein und Oel, und denn mit einemgläsernen Prisma, mit Zuthuung der Zinnasche odereines andern der erwähnten Polirpulver nebst Brandce-weine. Die feine, höchste, schwarze Stahl-Politurder Engländer, welche den Deutschen so lange unerklär-bar war, geschieht auf folgende Art: Man nehme 6 LothZinnober und l Loth Arsenik, mische dieses genau untereinander, und pulvcrisire es bis zu einem unfühlbarenPulver. Mit diesem Pulver polire man die Srahl-theile mittelst überzogener Polirhölzer; so wird die Stahl-arbeit den höchsten Glanz bekommen. Es ist aber beydieser Arbeit wegen des Arseniks viele Vorsicht nöthig,damit von dem Staube ja nichts ins Gesucht gerathe.

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