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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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ganzen Classc von Mineralquellen eine andere Färbung. So verhält es sich mitfesten und flüchtigen Bcstandtheilcn, der Qualität und Quantität nach; wir brauchennur auf die Entdeckung des Kali, Lithium, Ammonium, des Strontian, der Phos-phorsä ure, des Jod, Brom, Fluor hinzudeuten, oder auf die Anwesenheit von Stick-gas und das Zurücktreten des Schwefelwasserstoffgases, auf das Vorhandcnseyn desKohlenwasserstoffgases, der Glairine u. s. w.

Die Analyse, angenommen, dafs sie wiiklich alle Stolle, die in einem Mineral-wasser vorhanden sind, entdeckt und richtig bezeichnet hat, wie kann sie uns über-führen, dafs diese Stoffe wirklich als solche Combinationen in den Mineralwassernenthalten sind, wie sie uns nach dem Abdampfen und nach dem Wiederbehandelndes Rückstandes erscheinen, dafs nicht vielmehr die Resultate selbst Produkte derUntersuchung sind? Und doch nimmt der Nachbilder die Existenz der Salze an.

Ferner gibt es Stoffe in den natürlichen Mineralquellen, welche man nachzu-ahmen vergebens versuchen würde, z. B. die verschiedenen Extractivstoffe, diepseudo-organische Substanz, die manchem Mineralwasser einen cigcnthümlichen Charak-ter ertheilt, die Glairine, von denen allen man clie therapeutische Wirkung ebenso wenig, wie ihre chemische Constitution, kennt.

Man könnte diesen rein thatsächlichen Einwürfen noch andere hinzufügen, diesich mehr auf Theorien stützen, z. B.: dafs die Mineralquellen eigenthümliche, leben-dige W esen sind, welche man durch die Analyse tödtet, welche man aber nicht wiederzusammensetzen kann, wie man den Wein, wie man Pflanzenstoffe, wie man thierischeBildungen nicht nachmachen kann, so genau man ihre chemischen Bestandtheile auchkennen mag; dafs die Mineralquellen durchdrungen sind von einer eigenthümliclicnWärme, von einem Geist, von Imponderabilien, die eben so wenig nachzuweisen, alsnachzubilden sind, u. s. w.

So möchte wohl das Urtheil, welches Vauquelin über die Nachbildung künst-licher Mineralwasser fällte:man mufs vor Mitleiclen lachen, wenn man sagen hört,dafs in dieser Beziehung die Kunst Nebenbuhlerinn der Natur ist, von dem clxemi-sehen Gesichtspunkte aus, nicht ungerecht seyn.

Der Chemiker kann nicht anders sagen, als dafs es nur Annäherungen sind, zudenen wir in der Nachahmung natürlicher Heilquellen gelangen, und dafs die künst-lichen Mineralwasser lange nicht den Grad der Vollkommenheit erreicht haben, derdem Chemiker erlauben könnte, künstliche und natürliche Mineralwasser als sicheinander gleich zu betrachten.

Untersucht man nun von dem ärztlichen Gesichtspunkte aus die Anwendbar-keit künstlicher Mineralwasser vorurtheilsfrci und unparteiisch; bedenkt man, dafsin den ersten Hauptstädten Deutschlands, dafs in Frankreich, England, Italien undRufsland die Mineralquellen unter den Augen der Medicinalpolicei nachgebildet undvon dortigen Aerzten unter ihrer beständigen Aufsicht angewendet werden; betrach-tet man die Fortschritte, welche diese Kunst, natürliche Mineralquellen künstlichdarzustcllen, seit T. Hoffmann und Bergmann gemacht hat, und die Erfolge, welchediese Heilmittel gegen die hartnäckigsten Krankheiten, eben so, wie die natürlichenHeilquellen, nachzuweisen haben: so kann man den Ausspruch über die Anstaltenzur Bereitung und Benutzung künstlicher Mineralwasser in ärztlicher Hinsicht dahinthun: dafs es für die praktische Heilkunde von Nutzen ist, solche Heilanstalten ingrofsen Stäilten, oder in Gegenden, wo Mineralquellen von Bedeutung nicht Vor-kommen, errichtet zu sehen; dafs diese Anstalten in grofsen Städten eben so unent-behrlich erscheinen, als Badc-Anstaltcn, Apotheken und Spitäler; dafs solche Anstal-ten zwar nützlich und heilsam sind, dafs aber mit Unrecht die Präparate solcher