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Diese salzigen, organischen Verbindungen sind nun besonders der Einwirkungdes kohlensauren Natrums ausgesetzt, und wenn man auch nicht ganz mit SertürnersAnsicht, nach der die meisten acuten und chronischen Krankheiten aus Säurebildungentstehen, übereinstimmt, so ist doch jedem Arzte das häufige Vorkommen vonSäure der ersten Wege und von daraus sich entwickelnden Krankheiten der vege-tativen und sensiblen Sphäre nicht entgangen. Der Verdauungs- und Lebcnsprocefsist weder ein alkalisirender, noch säurebildender, sondern geradezu das Umgekehrte;er vermeidet Beides und ist ein lebendiger, organischer Act. In Krankheiten abersehen wir diesen Procefs eine jener chemischen Richtungen nehmen, und gewöhn-lich die der Säurebildung, theils, weil unser Clima und unsere Diät mehr dazu dis-ponirt, theils, w'eil eine alkalische Abweichung bald zur völligen Auflösung des Or-ganischen führt.
Dürften wir die Wirkung des kohlensauren Natrums in den Mineralwassern alsdie eines Alkali’s betrachten, so würde es keine Schwierigkeit kosten, aus dem Ver-halten des Alkali’s gegen thierischen Schleim, Eiweifs, Gallerte, aus dessen Einwir-kung auf das Blut, auf organische Gebilde, Eingeweide, Drüsen, auf Faserstoff) Gal-len-, Speichelstoff — alle jene umändernden Wirkungen zu erklären; es würdeeine rein chemische Einwirkung seyn, aber auch alle Übeln Folgen eines im Magenund Darmcanal eingeleiteten chemischen Processes mit sich führen. Das kohlensaureNatrum ist ein Salz, wie das schwefelsaure, und jener Auflüsungsprocefs ist ein fei-nerer, ein organischer.
Wie jedes Salz, ist auch das kohlensaure Natrum ein Reizmittel für den Orga-nismus, w ovon wegen seiner Verdünnung in Wasser besonders die Nieren in Anspruchgenommen -werden. Doch nicht allein hierauf, auf alle Absonderungs-Organe wirkt esgelind reizend und Absonderung befördernd.
Bei länger fortgesetztem Gebrauch natrumhaltiger Mineralwasser erstreckt sichdie Wirkung derselben auch auf die festen Theile des Körpers, auf Drüsen undKnochen. Es werden, wie von allen Heilmitteln, erst die krankhaften und unnatürlichenGebilde angesprochen; bei längerer Dauer aber auch die gesunden, woraus sich end-lich eine Auflösung der Säfte, ein völlig scorbutischer Zustand, und in dessen FolgeErweichung, Schwäche, Abspannung ergibt.
Bei Betrachtung der Wirkung einer kohlensauren, natrumhaltigen Mineralquellekommt es besonders auf die chemischen Combinationen an, die sie darbietet. Ist sicreich an Kohlensäure, so wird besonders das Blutgefäfs- und Nerven-System von ihrangesprochen; ein bedeutender Gehalt an Neutralsalzen fixirt ihre Wirkung mehr aufden Darmcanal, Ab- und Aussonderungen befördernd und umändernd. Ein geringerEisengehalt gibt der auflösenden Wirkung einer natrumhaltigen Quelle eine gewisseBeschränkung, und solche Mischungen gehören gerade zu den heilsamsten Auflö-sungsmitteln bei mit Schwäche complicirtcn Stockungen und perversen Absonderun-gen der Schleimhäute.
Von den Indicationen der natrumhaltigen Mineralwasser.
Sie sind angezeigt: i. bei Säure und bei Verschleimung des Magens und beiallen daraus herrührenden Krankheiten, z. B. bei Magenkrampf, Magendruck, Uebel-keit, Erbrechen, Blähungen, saurem Aufstofsen, Schwere und Druck des Unterleibes,Urinbeschwerden, Infarkten, Stuhlverhaltung, Coliken, Abmagerung und allgemeinerVerdauungsschwäche, Trägheit, Muskelschwäche, anfangender Gelbsucht, Stockungenin Leber und Milz, und bei aus diesen Leiden hervox-gehendem Kopfschmerz undSchwindel; 2. bei Gicht mit ihren Formen und Folgen, Gichtknoten, Contracturen,