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Das Eisen ist ein constituircnder Bestandteil des Blutes; wo es darin fehlt odernicht in rechtem Mafse vorhanden ist, tritt Krankheit auf. In diesen Fällen passenEisenmittel, und unter diesen Mitteln hieten die Eisenwasser in ihrer höchst verschie-denartigen Zusammensetzung die beste Auswahl der wirksamsten Heilmittel dar.
Das Eisen wirkt entgegengesetzt, wie der Schwefel; wie dieser die Secretionen be-fördert und die organisch-animalische Substanz verflüchtigt, so condensirt das Eisendie organische Masse, so hemmt es die Seci’etion und befördert die Blulbereitung, diePlasticität und die electrisch-entziindliche Spannung. Das Eisen, bevor es in den Stromder Circulation als organisirte Substanz aufgenommen wird, mufs verdaut werden.Da das Eisen ein Metall ist, und selbst die Mineralwasser, in denen das Eisen inhöchst aufgelöstem und feinst vertheiltem Zustande sich befindet, so setzen selbstdiese, wenn sic angewendet werden sollen, eine gewisse Kraft der Assimilation voraus,um in die Säftemasse übergeführt, um verdaut zu werden.
Ist es einmal in den ozeanischen Verband der Bestandtheile des Leibes aufgenom-men, so treten alle jene Erscheinungen seiner Heilwirkung hervor: das Blut gewinntCruoi’, der Muskel Ii’i’itabilität; der Nex’v kekommt das richtige Mafs seiner Reizbar-keit; die Functionen der übrigen Eingeweide werden gestäikt, belebt, intensiver;die gesunkene Reproduction ex’hebt sich zu neuem Leben, zu neuer Kraft undEntwickelung.
Nachdem das Eisen durch einen gewissen Aufwand von Vei’dauungskraft in dieSäfte übergeführt worden, befördert es die Thätigkeit und Zusammenziehung derGcfiifse, und also eine Absonderung der in ihnen enthaltenen Massen; doch ist dieseAbsonderung verschieden von der durch Mittelsalze hervoi-gerufenen, indem sie,einmal eingeleitet, nicht fortdauert, sondern die einmal entleeiten Gefäfse durchkräftige Zusammenziehung der ferneren Aufnahme nachdringender Massen vei'schliefst,wenigstens dieselbe erschwert.
Dui’ch länger foi'tgesetzten Gebrauch eines Eisenwassers werden sowohl diekleineren als gröfseren Gefäfse zu einer Zusammenziehung veranlafst, wodurch dasVolumen der oi’ganischen Masse verringert und das Uebex’flüssige ausgestofsen wird.
»■ Auf diese ei’Ste Wirkung folgt vei’melii’te Reibung, gedrängtei’e Lebensthätigkeit,gröfsei’e Spannung des ganzen Oi'ganismus, dadurch Verbesserung der Säftemasseund Erhöhung des Nei’venlebens.
Die Wirkung der Eisenwasser,, man wende sie innerlich oder äufserlich an, istalso: x. die Irritabilität der Muskelfaser erhöhend; 2 . die Circulation des Blutesund der Lymphe beschleunigend und bekräftigend; 3. die Qualität der Säftemassevci’ändei'nd xxnd bessernd; 4- die Nerventhätigkeit umstimmend, belebend, stärkend;5. die Secretionen hemmend.
Sie passen daher zum Gebrauch in denjenigen Krankheitsfällen, wo durch man-gelhafte Thätigkeit des Gefäfs-, Muskel- und Nerven-Systems, dui’ch abnorm vermehrteAb- und Aussonderungen, durch ciixe falsche Säftemischung und mangelhafte Blut-bereitung eiixe wahre Schwäche hei’beigefülxi’t ist oder herbeigeführt zu wer-den droht.
Da die Eisenquellen in ihi-er Mischung die mannigfachsten Modificationen dar-bieten, da sie aufser Neutralsalzen noch Schwefel, Natrum xxnd Kohlensäui’e in viel-fachen Vei'hältnissen mit sich führen, so ei’gibt sich daraus die Möglichkeit einer Be-nutzung der Eisenwasser in den vei’schiedenartigsten Krankheiten. Man mufs zurnäheren Bestimmung der Wii’ksamkeit einer Eisenquelle ihi’en Gehalt an Nati’um-,Kalk- und Talk-Salzen, an Schwefel-, salz- oder kohlensauren Salzen studiren, undeine jede als individuelles Heilmittel betrachten.