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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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Dafs sie bei den Alten nicht die Aufmerksamkeit erregten, die sie verdienen,liegt darin, dafs sich jene, und besonders die Griechen, anderer grofsen Heilmittel beichronischen Krankheiten bedienten, z. B. des Helleborismus (der Nieswurz-Ivur), derSeefahrt, der Ortsveränderung; dann aber auch darin, dafs sie die Heilkräfte der-selben nicht gehörig würdigten. Doch wurden solche Quellen als Heil- und heiligeQuellen verehrt; es wurden Tempel in ihrer Nähe erbaut, wie wir noch heut zuTage bei mancher Wunderqüelle eine Kapelle erblicken. Auch der Tempel zu Delphischeint über einer Dunsthöhle erbaut und die Begeisterung der Pythia eine Be-rauschung durch Gas gewesen zu seyn.

Plinius *) gibt eine Uebcrsicht damals bekannter Mineralwasser. Nach Deutsch-land gelangte die Kenntnifs und Sitte warmer Bäder von Italien, von Spanien undaus dem Orient. Carl der Grofsc weckte unter seinen Landsleuten den Gebrauchwarmer Mineralwasser, und bald gelangten die Bäder in Aachen, Baden in Baden,Oestrcich und der Schweiz, Wiesbaden, Ems zu dem Ruhme wieder, den sie unterden Römern schon genossen.

Man kann alle Versuche der vorigen Jahrhunderte, die Mineralquellen natur-geschichtlich zu deuten, zu classificiren, zu analysiren, als nicht geschehen betrach-ten, indem sie den Anforderungen der wahren Naturforschung nicht genügen.

Von den medicinischen Beobachtungen über die Wirkung der Mineralquellenlafst sich dagegen aus allen Zeiten eine Summe von Erfahrungen sammeln, die unsüber die Heilkräfte derselben die vollkommenste Aufklärung aibt.

Was die Literatur der Mineralquellen betrifft, so vci-wcisen wir auf Ploucquct,Haller, Ersch, Sprengel, C. A. Hofmann, Richter und Osann. **)

So reich indessen die Literatur über diesen Gegenstand ist, und so hoch auchdie Naturwissenschaften ihren Aufschwung genommen, so ist man doch noch weitentfernt, diesen Gegenstand erschöpft zu haben.

Man ist über die Entstehung, Bildung und chemische Zusammensetzung derMineralquellen, über die Beziehung derselben zu den Gebirgsarten u. s. w. nochsehr im Dunkeln; ja, es herrschen sogar noch über die einfachsten Eigenschaften, z.B. über die Natur der Wärme der Mineralquellen, die entgegengesetztesten Meinungen.

Von der Eintheilung der Mineralquellen.

Unter den Eintheilungsgründen bei Betrachtung der Mineralquellen sind dieje-nigen die besten, welche die Haupteigenschaften derselben zusammenfassen, also:ihre Temperatur uncl ihr chemischer Gehalt.

Man hat auch auf die den Quellen zugeschriebene Wirksamkeit eine Eintheilunggegründet; doch möchte eine solche Eintheilung noch schwankender ausfallcn, «alsdie nach ihrem chemischen Gehalt, die ebenfalls sich nach dem jedesmaligen Stand-punkte der Chemie des Jahrhunderts modiücirt. Die Aerzte des Altcrthums unter-schieden nitrose, alaun-, Schwefel- und salzhaltige; die des Mittelalters fügten ihnenvitriolische, erdharzige, eisen-, blei-, silber-, quecksilber- und goldhaltige Quellen bei.

Der neuern Zeit war es, nach den Vorarbeiten von Fr. Hoffmann, Boerhaave,Stahl, Geoffroy, Rieger, Carthäuser, Lucas, Zückert, Gehlen, Fischer, Kühn, Monro,Morell, Weigel, Duchanoy, Monet u. A., Vorbehalten, die Mineralquellen naturhisto-risch zu classificiren. ***)

*) Hist, natur. lib. XXXI., cnp. 2.

**) Dessen pliysicalisch-medicinisclie Darstellung der bekannten Heilquellen der vorzüglichstenLiinder Europas ir. Tlieil. Berlin, bei F. Diimmler, 1829. (Seite 45° 11 f.)

***) S. Osann a. a. O. (S. 228 u. s. w.)