1646 Zezschwitz
«m König treu gebliebenen Sachsen hoch geehrt, in die schwierigsten Lagen ver-setzt, welch- durch die Ereignisse in Lütlich nach peinlicher wurden, z. führte unterdiesen Verhältnissen und von den leidenschaftlichsten Anstnnunqen bedrängt, dassächsische CorpS über Crefeld in die Gegend von Paderborn, wo der General vonLecoq als Bevollmächtigter des KönigS wieder bei der Armee zu ihrer unabwend-baren Theilung eintraft Als Chef des Generalstabes un'er Lecoq angestellt undspäter zum Generalmajor erhoben, stand er von 18.15 — 18 bei dem Occupations-corps in Frankreich. Bald nachher ward er als Bevollmächtigter bei d:r Militair-commission des deutschen Bundes nach Frankfurt gesendet, wo er blieb, bis er1821 zum wirklichen Geheimrath und Prästdentesi der Kriegsverwaltungskammeremannt wurde. Während der FriedenSjahre machte er eine Reise nach der Schweizund Italien. Bei dem Ausbruche der Unruhen in Sachsen lm Sept. 1830 warder zum Mitgliede der Commission zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ruhe undzum Confercnzminister, und 18.11 bei der neuen Einrichtung der Verwaltung zumStaatsminister und Vorstand des Kriegsdepartements ernannt. Zugleich rückteer zum Generallieukenant auf. Mir seltenen Talenten und reichen Gaben desGemüths ausgestattet, die ihn zum standhaften Freunde des Rechts und derWahrheit machten, folgte er stets dem früh erwählten Lkbensprincip — Llebe zuseinem Fürsten und zu seinem Vaterlands. Schon in s-iner Jugend fand dieseRichtung, die oft genial, nicht selten schroff hervortrat, eine belebende und ver-edelnde Leitung an dem würdigen Sinne seiner trefflichen Altern; sie wurde vondem Manne festgehalten und oft mit Gefahr des Lebens und der politischen Exi-stenz beharrlich verfolgt. Er bewährte dies schon in den Ereignissen bei Lüttich.Eine zweite noch wichtigere, in die höhere Stellung des Staatsdienstes fallendeLebensperiode, in welcher jene Liebe und Treue gegen Fürsten und Vaterland demNahestehenden in ihrem reinsten Lichte, in ihrer größten Stärke, mit weiser Be-sonnenheit und männlicher Entschlossenheit handelnd, sich darstellten, trat mit denUnruhen 1830, mit dem freveldrohenden, doch segenreichen 13. Sept. hervor.(S. Sachsen.) Jenen höhern Geistesgaben stehen, als Mittel, leicht aber wohlerworbene Kenntnisse, eine ungemeine Schnelligkeit und Behendigkeit des Ver-standes, eine seltene Schärfe der Sinne und eine allen Anstrengungen trotzendeGesundheit zur Seite. Verstand und Sinne wurden so geübt, daß er neben eignenschriftlichen Ausfertigungen mehre Ordres dictirt, daß er den Faden des Vortraqsnie verliert, wenn er, selbst auf längere Zeit, abgerufen wird oder gleichzeitig liestund schreibt, sondern nicht selten überraschend, stets treffend eingreift. Seine aus-gezeichnete Gabe klarer Entwickelung hat er auch während der Verhandlungen derStändeversammlung, 1833—34, bei der Erörterung wichtiger VerwaltungS-anaelegenheiten, nicht blos seine« Departements, glänzend bewährt. Bei jenen,ihn aus dem Gleichgewicht eines gewöhnlichen Geschäftsbetriebes heraushebendenEigenschaften, ist er nicht allein ein wahrhaft geehrter, sondern auch ein geliebterVorgesetzter. Gerathen Kopf und Gemüth, die beiden Hauptkräste seines Wesens,zuweilen in Streit, so ist die Entscheidung nicht leicht. Der Sieg neigt sich an-fänglich stets auf die Seite des erstem, der mit Scharfsinn und Klarheit seineSache führt und ein entschiedener Feind jeder Befangenheit und Beschränktheit istnicht selten aber überläßt er dem Gegner den Si-a, zwar nicht überwunden, nochweniger überführt oder in nachgiebiger Selbstzufriedenheit, sondern vielmehr g"lahmt von der magnetischen Kraft, mit welcher er von ihm angezogen wird. Seineliebste Erholung gewährt ihm der Umgang mit Kindern, ihre Erziehung undPflege. Wie er sie in seinem glücklichen Familienkreise gefunden hat, so genießter sie fortdauemd auch in der Beaufsichtigung und Leitung der von ihm geschaffe-nen Erziehungsanstalt für Soldatenkinder zu Struppen bei Pirna. Auch erfreutihn die thätige Mitwirkung bei der Armenpflege -u Dresdon, vorzüglich bei dem