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Weber (Ernst Heinrich)
schiedenheit des Einsangens bei den Lymph- und Blutgefäßen, über den Nutzen de,Schnecke im menschlichen Ohre und seine vielfältig wiederholten Beobachtungenüber den Tastsinn. Rosenmüllcr's „Lehrbuch" und Hild-brand'« „Handbuch derAnatomie" erhielten durch feine Umarbeitungen einen erhöhten Werth. Die „Wel-lenlehre" (Leipzig 1825), war das Ergebniß gemeinschaftlicher Beobachtungen,die er mit seinem Bruder anstellte. Sie hatten in großen Gefäßen mit hohen senk-rechten Glaswänden die Wellenbewegung des Wassers, Quecksilbers und mehrnandern Flüssigkeiten theils mit unbewaffnetem Auge, theils mir starken Vegröße-rungsgläsern beobachtet, die Höhe und Geschwindigkeit derselben gemessen und dieinnere Bewegung in der Flüssigkeit, durch welche die Wellenbewegung zu Standekommt, an kleinen im Wasser schwebenden Theilchcn untersucht. Es ist nämlichmerkwürdig, daß die Wellen fortgehen, während das Wasser, aus welchem sie inirgend einem Momente bestehen, an seiner Su.'le bleibt. Die Wellen sind nichtKörper, welche sich fortbewegen, sondern Formen. Die Erhabenheiten und Ver-tiefungen, welche sie dilden, schreiten dadurch fort, daß vorne neue Waffertheil-chen in die Form der Welle aufgenommen werden, hinten andere Wassertheilchenau« der Form der Welle auStreten. Auf diese Weise besteht die Welle, währendihre« Fortschreiten« aus andem und immer andern Wassertheilchen. Die Untersu-chung der kleinen Bewegungen, welche die einzelnen Wassertheilchen hierbei aus-führen , war ein vorzüglich wichtiger Gegenstand der Arbeit der beiden Beobachter.Eine andere merkwürdige Thatsache ist die, daß viele sich entgegenkommende Wel-len in den mannichfaltigsten Richtungen durch einander hindurchgehen können,ohne einander aufzuhalten und zu stören; endlich daß die Wellen, an senkrechtenWänden des Behälters ankommend, ungefähr wie der Schall beim Echo zurückge.werfen werden. All diese Erscheinungen untersuchten die Brüder und fanden,daß zwei gleichgroße einander entgegenkommende Wellenberge in dem Augenblicke,wo sie ineinanderfallen, einen Berg bilden, der beinahe noch einmal so hoch ist,als jeder der beiden einzelnen Berge, daß sie durch einander durchgehen, sich wiedertheilen, jeder ungestört in der Richtung seines Weges fortgeht. Ebenso bildenjwei einander begegnende Wcllenthäler im Augenblick ihres AusammenfallenS einWellenthal, das beinahe noch einmal so tief ist. Wenn ei» Wellenthal und «inWellenberg von gleicher Größe einander entgegenkommen, so vernichten sie sich indem Augenblick, wo sie in einem Raume beisammen sind, setzen aber, nachdrmsie durcheinander durchgegangen sind, ihren Weg ungestört fort. Ähnliche Ein-flüsse äußem auch die Schall- und Lichtwellcn aufeinander, und so dient die ge-nauere Untersuchung der Wafferwellen dazu, die Lehr« von der Interferenz derkichtwellen anschaulich zu machen. Die Lehre von den fortschreitenden und vonden stehenden Schwingungen der Wellen macht den Zustand schallleitender undselbsttöncnder Körper und die Entstehung der Chladnischen Klangfigurc» er-klärlich.
Außer der „Wcllenlchre" schrieb W. gemeinschaftlich mit seinem Bruder eineallgemeine faßliche Darstellung de« Vorgangs, durch welchen Saiten und Pfeifendazu gebracht werden, einfache und Flageolettöne hervorzubringen, nebst Erörte-rungen der Verschiedenheit deS Zustandes, in dem sich schalllcitende, das Setbsttö-ncn erregende, seldsttönende und resonnirende Körper befinden. (In der „Allgemei-nen musikalischen Zeitung", 1826.) Ferner über die Beugung der Glasoberflächebeim Zerspringen (in Poggcndorfs „Annalen der Physik", 183V), wo die Erfah-rung bekannt gemacht wird, daß der Druck einer durch ein Gewicht gespannten Mc-tallsaitr aus eine Glasröhre, dadurch daß man sich dieselbe auf sich aufwickeln laßt,so sehr zunimmt, daß endlich die Glasröhre in Scherben zerschnitten wird. ,»zmSept. 1833 wurde W. von der Universität zu Leipzig zu ihrem Abgeordneten inder ersten Kammer der sächsischen Sländeversainmlung gewählt. Er nahm hier bis