neS Heeres allein vermögend wäre, ihn zum glücklichenKampfe wider seine vielseitigen mächtigen Gegner zu fähi-gen. Rasche Kühnheit war sein vorherrschender Grund-satz; hierzu mußte sein Heer gebildet werden. Oie In-fanterie erhielt daher eine neue Taktik, durch welche esihr möglich wurde, im Angesichte des Feindes schnellsteAufmärsche und Bewegungen auszuführen. Nie war eineReiterei kühner, als die Regimenter eines Zielen, einesSeidlitz — (dem Heer das Vorbild) — und nie wurdeder Geist dieser Waffe — kühne Schnelligkeit — bessergefaßt; — hierin bleiben uns unsere Väter ein des Nach-strebenS würdiges Muster. Auch der Artillerie wußte er,bei der großen Vermehrung derselben, eine neue, Geschwin-digkeit befördernde Organisation zu geben, welches er be-sonders durch große Erleichterung und bessere Bespannungderselben, zu bewirken suchte. In der Geschichte der Kriegs-kunst wurde vorzüglich seine Einführung der reitendenArtillerie bedeutend, da diese Waffe seitdem in allenKriegen so zahlreich und mit so glücklichem Erfolge ange-wandt worden ist. "
„Die Langsamkeit der gewöhnlichen Artillerie, welcheste öfters hinderte, selbst den Bewegungen der Infanteriezu folgen, halte schon früher zuweilen die Maaßcegel ver-anlaßt, das Geschütz doppelt zu bespannen, und dieBedienungsmannschaft auf Pferden oder Wagen folgen zulassen, um nicht bei raschen Unternehmungen, namentlichder Kavallerie, ganz von Geschütz entblößt zu seyn; alleinman besaß bis dahin keine besonders dazu geeigneteGeschützabtheilung, deren Bedienung fortwährend berittenblieb, um vorzugsweise der Reiterei in allen ihren Bewe-gungen folgen zu können. — Oie erste Spur einer wahr-scheinlichen Anwendung einer reitenden Artillerie findetsich schon iüZ6, durch den venetianischen Feldherrn Bar-tholomäus Aloiani, welcher bei Vicenza seine