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Geschichte des Geschützwesens und der Artillerie in Europa : von ihrem Ursprunge bis auf die gegenwärtigen Zeiten ; mit besonderer Bezugnahme auf die preußische Artillerie
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neS Heeres allein vermögend wäre, ihn zum glücklichenKampfe wider seine vielseitigen mächtigen Gegner zu fähi-gen. Rasche Kühnheit war sein vorherrschender Grund-satz; hierzu mußte sein Heer gebildet werden. Oie In-fanterie erhielt daher eine neue Taktik, durch welche esihr möglich wurde, im Angesichte des Feindes schnellsteAufmärsche und Bewegungen auszuführen. Nie war eineReiterei kühner, als die Regimenter eines Zielen, einesSeidlitz (dem Heer das Vorbild) und nie wurdeder Geist dieser Waffe kühne Schnelligkeit bessergefaßt; hierin bleiben uns unsere Väter ein des Nach-strebenS würdiges Muster. Auch der Artillerie wußte er,bei der großen Vermehrung derselben, eine neue, Geschwin-digkeit befördernde Organisation zu geben, welches er be-sonders durch große Erleichterung und bessere Bespannungderselben, zu bewirken suchte. In der Geschichte der Kriegs-kunst wurde vorzüglich seine Einführung der reitendenArtillerie bedeutend, da diese Waffe seitdem in allenKriegen so zahlreich und mit so glücklichem Erfolge ange-wandt worden ist. "

Die Langsamkeit der gewöhnlichen Artillerie, welcheste öfters hinderte, selbst den Bewegungen der Infanteriezu folgen, halte schon früher zuweilen die Maaßcegel ver-anlaßt, das Geschütz doppelt zu bespannen, und dieBedienungsmannschaft auf Pferden oder Wagen folgen zulassen, um nicht bei raschen Unternehmungen, namentlichder Kavallerie, ganz von Geschütz entblößt zu seyn; alleinman besaß bis dahin keine besonders dazu geeigneteGeschützabtheilung, deren Bedienung fortwährend berittenblieb, um vorzugsweise der Reiterei in allen ihren Bewe-gungen folgen zu können. Oie erste Spur einer wahr-scheinlichen Anwendung einer reitenden Artillerie findetsich schon iüZ6, durch den venetianischen Feldherrn Bar-tholomäus Aloiani, welcher bei Vicenza seine