kung der Kammern, die späterhin ganz wieder verlorengegangen ist, und wie man ohne zureichenden Grund be-hauptet, dadurch, daß das Zündloch schräge auf den End-punkt der Seele traf, schoß man mir diesen Geschützen mit' ein Drittel kugelschwecer Ladung eben so weit als sonst. mit ganz kugelschwerer. Die Legirung des Metalls warso vortrefflich, daß sie von allen gleichzeitigen Arrillerie-Schriststellcrn als das höchste Musterbild aller Legirungengepriesen wird. —- Oer größere Theil dieser Kanonen warSechspfünder, die sehr bequem von zwei Pferden gezogenwurden.
In den Kriegen Gustav Adolphs gegen die Polenhakte der aus kaiserlichen in schwedische Dienste überge-tretene Oberst von Wurmbrand gegen das Jahr ikustdie sogenannten ledernen Kanonen erfunden, die bloß mitKartätschen geladen, und besonders gegen die hitzigen undregellosen Angriffe der polnischen Reiterei gebraucht wur-den. Über ihre Einrichtung läßt sich der General vor»Tempelhof folgendermaßen aus: „Nicht daß diese Kano-
nen wirklich von Leder gewesen wären, sondern ste bestan-den aus einer kupfernen Röhre, die so lang war als dieKanone seyn sollte, und ein Viertel des Durchmessers derKugel zur Dicke hatte. Um diese Röhre wurden in mäßi-gen Zwischenräumen eiserne Ringe befestigt. Nachdem dieKanone auf diese Art zubereitct war, wurde alles miteinem Tau umwickelt, und mit dieser Umwickelung fuhrman so lange fort, bis die Kanone am Bodenstück so dickwar als der Durchmesser der Kugel, und an der Mün-dung drei Viertel dieses Durchmessers. Zuletzt wurde diesalles mit einem starken gesottenen Leder überzogen, unddaher bekamen ste den Namen der ledernen Kanonen.Natürlicherweise erhitzten sich diese Kanonen sehr bald,und man war nach io bis 12 Schüssen gcnöthiget, stewieder abkühlen zu lassen, daher bedienten die Schweden sich
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