kau sind Kanonen von verschiedener Größe gewesen; diegrößte soll 870 Zentner gewogen und unter Feod0r Iwa-nowicz gegossen worden seyn. Peter I. soll — nach-Thiebault — eine Kanone von solcher Größe haben gießenlaßen, daß zwei Menschen Karten darin spielen konnten.Er soll ihr die Knute haben geben laßen und sie nachSiberien verwiesen, weil alles Gcschierzcug entzweiriß undsie nicht zu bewegen im Stande war, wodurch dies unge-heure Geschütz statt Bewunderung zu erregen, ein Gegen-stand der Lächerlichkeit wurde.
Auf Schloß Gaisholm in Schweden stehen zweiUngeheuer von Kanonen aus Erz, 8 und g Ellen lang,welche r 28 i den Nüssen abgenomuicn wurden.
Die große Schweidnitzer Büchse, welche wahrschein-lich zu Nürnberg im Anfänge des fünfzehnten Jahrhun-derts gegossen wurde, wog 160 Zentner und schoß mit rZentner Ladung eine 2Z8 Ps- schwere Kugel 2667 Schrittweit. — Diese Überreste der Kühnheit und Vermessenheitmenschlicher Schöpfungen, welche die Schwächlichkeit un-serer Zeit nur anzustauncn, zu belächeln oder in Zweifelzu ziehen vermag, setzen uns wenigstens in den Stand,den riesenhaften Geist jener Zeiten zu heurtheilen.
Zu den seltenen Geschützen, welche noch bis zu diesemAugenblicke hin und wieder aufbewahrk wurden, gehörtunter andern ein Zweipfünder, der im Tower zu Lon-don aufgestellt ist. Dies Geschütz eroberten die Franzoseni7g8 zu Malta und sandten es durch die Fregatte I-rLensibis nach Frankreich. Der englische Kapitain Fookenahm die Fregatte und das Geschütz mit dem englischenSchisse: lbs Los-borss. — Oie Kanone ist aus einer demGolde ähnlichen Metallmischung gegossen. Der Kopf desGroßmeisters von Malta, von zwei Schutzgeistern der In-sel getragen, ist in Basrelief auSgearbeiket, und anderekünstliche Verzierungen in Bildhaueracbeik daran ange-