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Geschichte des Geschützwesens und der Artillerie in Europa : von ihrem Ursprunge bis auf die gegenwärtigen Zeiten ; mit besonderer Bezugnahme auf die preußische Artillerie
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Die« scheint aber eher ein Mortier als eine Kanone ge-wesen zu scyn; denn sic hakte eine Kammer, und wennsie geladen wurde, setzte nian auf die Kammer einen- Pfropf oder Stöpsel, und auf diesen die Kugel. Im Jahre1H08 hatte man in Bcaunschweig die sogenannte Faulc-Mette (od. faule Metze), welche nach Einigen roo, nachAndern Zoo Pf. Stein schoß. In der Geschichte KarlsVII. von Frankreich kommt eine Kanone vor, die nurdurch go Pferde fortgebracht werden konnte. — Die Por-tugiesen hakten zu Diu in Ostindien ein Stück gießenlassen, welches 100 Pfund (wahrscheinlich Eisen) mit 60Pfund feinem oder go Pf. gemeinem Pulver schoß. Iuder ersten Belagerung von Diu im Jahg iZZg harten dieTürken ungeheure Geschütze bei sich, die sie gegen die Fe-stung aufsührtcn. Das größte war eine Steinkarthaune,die Zoo Pfund schoß. Eine zweite Steinkarthaune schoß200 Pfund, zwei Schlangengeschütze aber 1Z0 Pfund, undein drittes 100 Pfund. Ihre übrige Artillerie bestand inzwei iHpfündigen Passevolanten, einer 16- und einer 12-pfündigen Karkhaune, einem llpfündigen Falkonet und einemMörser, der Hoo Pfund Stein warf. Bei der zweiten Be-lagerung im folgenden Jahre hakte Soli mann, Paschavon Egypten, 1H0 Stück Geschütz gegen die Festung auf-gcführk. — Ufano, ein spanischer Artillerie-Hauptmann,auf den wir später zurückkommen werden, erwähnt eben-falls einer sehr großen Kanone, welche eine Kämmer ge-habt, deren Durchmesser ungleich kleiner gewesen, als derDurchmesser der Mündung; man habe aber diese Kanonebald verworfen. Auch spricht er von einer Feldschlangein Malaga, welche go Pfund Eisen mit HZ Pfund La-dung geschossen und beim Abbrenncn ein ungeheures Ge-töse gemacht hat. und zwar (nach Tcmpelhof) so, daßdie schwängern Weiber in der Stadt und drei Meilenherum vor Schrecken unmittelbar ins Kindbett kamen (!?)