Druckschrift 
Geschichte des Geschützwesens und der Artillerie in Europa : von ihrem Ursprunge bis auf die gegenwärtigen Zeiten ; mit besonderer Bezugnahme auf die preußische Artillerie
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

und umhcrschleppcn, und auf der andern litten sie Man-gel an den nöthigstcn.

Schwerfällig ausgerüstet, mittelmäßig bespannt, mitunpraktischen Leuten besetzt, und auf einen sparsamen Feld-Etat beschränkt, rückten die Bakterien ins Feld und wur-den den andern Truppen überwiesen. Beide begrüßteneinander als Fremdlinge. Aus Unbekanntschaft mit ihremganzen Wesen wurde die Artillerie lischt selten von denübrigen Truppen neugierig beschaut und doch sollten beide,vielleicht schon am folgenden Tage, gemeinschaftlich zumSiege wirken. Man machte damals den Artilleristen denBorwurf, daß sich ein gewisser Dünkel unter ste cin-geschlichen hätte, allein dies war wohl sehr natürlich, weilsie stch wissenschaftlicher gebildet fühlten-. Aber aus derandern Seite stclen sie in einen eben solchen Fehler, denndie Gefcchtslehre der andern Waffen war ihnen vechält-nißmäßig noch fremder.

Im Felde, aus Märschen und in Quartieren nur alsein Hinderniß angesehen, von den Klägern als ein nothwendiges Uebel betrachtet, nur im Gefecht willkommen ge-heißen, und nach demselben wieder vernachläßigek, wermag die Artillerie tadeln, wenn ste stch immer mehr undmehr in stch selbst zurückzog, wenn das bittere Gefühlihres verkannten WcrthcS eine Harke Rinde erzeugte, diekaum ein zehnjähriger Heller Sonnenblick späterhin zuschmelzen vermochte.

Einer Batterie von 8 bis io Geschützen waren nurzwei Qf ziere zugetheilt; bei Entsendungen führten jungeLieutenants oder Unterofstzicre Abtheilungen von einerStärke, die dem Befehle eines StaabSofstzierS nicht un-angemessen gewesen wären. Dadurch entstanden unzäh-lige Kollisionen, bei denen die Artillerie jedesmal den Küc-zern zog.

Im Gefecht ward die Sicherheit der Artillerie oft

preis