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Geschichte des Geschützwesens und der Artillerie in Europa : von ihrem Ursprunge bis auf die gegenwärtigen Zeiten ; mit besonderer Bezugnahme auf die preußische Artillerie
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preis gegeben, denn die Grundsätze Karls V., Ludwig»XIV. und Friedrichs II. über diesen Punkt waren größten-teils in Vergessenheit gekommen, und die andern Trup-pen machten die Beschützung der Artillerie nicht immer,swie heut zu Tage, zur Ehrensache.

s Ucbcr die Gefechtslchre der Artillerie waren die Ar-tilleristen damals selbst nicht einig, um wie viel wenigerkonnten es die andern Truppen seyn. Die Artillerie aufdie höchsten Höhen schleppen, das war der hochgefeierke, Grundsatz, den einer dem andern nachleiecke, ohne sichviel um das Wie oder Warum zu kümmern.

So war der Zustand der preußischen Artillerie injener unglücklichen Periode. Und dennoch erfüllte sie ihreschweren, gefahrvollen und harten Pflichten mit Strengeund Eifer; dennoch trotzte ste dem Feinde Furcht, demeigenen Heere Achtung ab, wo ste nur ihre Feuecschlündedonnern ließ. Welch ein reicher Stofs muß daher in ihr, enthalten gewesen seyn, da selbst die verkehrtesten Maaß-regeln ihn nicht ganz zu zerstören vermochten. Napoleonsoll in Tilsit gesagt haben:Wäre alles in der preußi-

schen Armee, wie cs die Artillerie ist, ich wäre nicht so-bald nach Tilsit gekommen." Dies ist vielleicht diegrößte Genugthuung die ihr jemals werden konnte.

Endlich brach die Morgencökhe der Preußischen Ar-tillerie an. Es war einem Prinzen aus dem erlauchtenKönigshause, mit seltenen Eigenschaften ausgerüstet, Vor-behalten, ihre Wiedergeburt zu begründen, sie emporzu-heben, und aus dem Dunkel an das Licht treten zu lasten;mit den übrigen Waffen des Heers innig zu verschmelzenund auf die Stufe der Vollkommenheit zu führen, aufder wir ste heute sehen. Im Jahr igog wurde derPrinz August von Preußen zum Oberbefehlshaber derArtillerie ernannt. In dem kurzen Zeitraum wenigerJahre, im steten Einklang mit dem zu früh verblichenen

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