Druckschrift 
Die christliche Lehre vom heiligen Abendmahl nach dem Grundtext des neuen Testaments : mit e. Abriss d. Geschichte dieser Lehre ; ein Versuch
Entstehung
Seite
42
Einzelbild herunterladen
 

liget, viel weniger in Streitigkeiten darüber verwickeltzu werden: aber leider wird es nicht selten durch dieVerkehrtheit seiner Führer aufgeregt, und zu unab-sehbarem Nachtheil geflissentlich in die Irrgänge thü-richten Aberwitzes hineingezogen.

Dass unsre tiefbewegte, mit grossen Dingenschwangere, unter heftigen Geburtswehen zuckendherüber und hinüber schwankende Zeit aller Orten vollZwietracht ist, wo man nicht ohne Bitterkeit und Hassüber die der Menschheit heiligsten Angelegenheitenkämpft und streitet ; dass menschlicher Formelkram undSatzungswesen, frömmelnder Glaubenswahn und mysti-sche Träumereien, veraltete Abgeschmacktheiten undneuer Unsinn um die Wette sich jetzt ungesclieutcrals je hervorthun und nicht ohne Geräusch geltendmachen, um unbefangene Gemüthcr zu verwirren,Schwache zu ängstigen, verderblicher, endloser Streit-sucht täglich frische Nahrung darzubieten : das kannuns den Muth nicht schwächen, noch unsre Hoffnungtrüben: es stärkt und steigert sie vielmehr. Im Wi-derstreit befestigt sich die Wahrheit; das Gute wirdim Kampfe geläutert und bewährt. Was nicht beste-hen kann, mag fallen: es ist nicht wertli, dass wires schützen und beschirmen. Auch ist es dann, wenndünkelhafte Unwissenheit und Verschrobenheit sichunberufenerweise auf den Lehrstuhl setzt, und mitvorlauter Anmaassung Andre weisen will, am meistenZeit und Pflicht, der Ungebühr mit festem Tritt ent-gegenzuschreiten und jede, auch die schärfste Wafferüstig zu schwingen, um der reinem Erkcuntniss unddem Guten allgemeinen Sieg, der thüriehten Verkehrt-heit und dem Unwesen gewissen Untergang zu er-