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Die Doppelsterne
Entstehung
Seite
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neben dem Fernrohre betrachtete. Fand er min mit dem einen un-bewaffneten Auge zwey Sterne, deren Distanz parallel war derdurch das Fernrohr gesehenen Distanz der beyden Doppelsterne, sohatte er dadurch den Positionswinkel der letzteren gefunden, daer diesen Winkel aus der bereits bekannten Lage der beyden freyenSterne durch eine einfache Rechnung leicht ableitcn konnte.

Allein dies; setzt voraus, daß diese zmey geraden Linien, wennsie auf diese Art, die eine durch das Fernrohr und die andere mitfreyem Auge, gesehen, parallel erscheinen, auch in der Thatparallel sind. Das ist aber, so sehr man es auch erwarten möchte,keineswegs der Fall. Man kann sich davon leicht überzeugen,wenn man auf einer Wand zwey senkrechte, also parallele Linienmit Hülfe eines Lothes in einer angemessenen Entfernung voneinander zieht und dann auf die eine derselben ein Fernrohr sorichtet, daß der eine Kreuzfadendesselben jene Linie auf der Wandbedeckt. In dieser Lage wird also auch dieser Faden im Innerndes Fernrohrs senkrecht auf dem Horizonte stehen oder der zweytenauf der Wand gezogenen Linie parallel seyn. Betrachtet man nunmit dem einen Auge in dem Fernrohre diesen Faden und zugleichmit dem andern Auge, außer dem Fernrohre, jene zweyte Liniean der Wand, so werden beyde einander keineswegs parallel er-scheinen, sondern vielmehr einen Winkel von nahe drey Gradenunter einander bilden. Es bedarf selbst keines Fernrohrs, um sichvon der Existenz dieser Verschiedenheit in dem Urtheile beyder Augenzu überzeugen. Hält man z. B. einen dünnen Quartband in ei-ner nahe vertikalen Stellung so zwischen beyde Augen, daß dieeine breite Fläche des Buches, z. B. bloß mit dem rechten Augegesehen, längs der vertikalen Ecke einer senkrechten Mauer zu lie-gen scheint, und schließt man dann, ohne die Lage des Buches zuändern, das rechte Auge, um dafür das linke zu öffnen, so wirdman die jetzt sichtbare andere breite Fläche des Buches nicht mehrparallel mit jener Wand, sondern nahe um drey Grade gegen die-selbe geneigt erblicken. Eben so, wenn man auf einem horizontalen,weißen Tische oder auf einem horizontal liegenden Blatte Papiereine gerade, etwa Zoll Breite gerade Linie mit Tinte zieht undsenkrecht auf diese Linie jenes Buch stellt, so daß dadurch die Linie