Druckschrift 
Die Doppelsterne
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

Farben der Doppelsterne.

(Gewöhnliche Farben der Doxpelstcme.) So wie die meistenDoppelsterne sich durch eine/ oft sehr bedeutende Verschiedenheitihrer Große auszeichnen, denn es gibt besonders unter den schonmit schwacher» Fernrohren sichtbaren nur sehr wenige von nahegleicher Große/ eben so und noch viel mehr unterscheiden sie sichvon allen andern Himmelskörpern durch ihre Farben. Gewöhn-lich hat der größere oder der Centralstern ein weißes Licht/ dasaber auch sehr oft ins Gelbliche, seltener ins Röthliche fällt, wäh-rend der ihn begleitende Satellit in einer oft sehr ausgesprochenenblauen oder blaugrünen Farbe erscheint. Diese Fälle kommen amhäufigsten vor, doch gibt es auch andere, wo der große weiß odergelb, und der kleine roth, wo der große orange und der kleinegrün, oder wo beyde zugleich blau sind, und nicht selten erschei-nen diese Farben so lebhaft, daß sie schon auf den ersten Anblickauffallend hervortreten.

(Gewöhnliche Darbender einfachen Kleine) Unter den einfa-chen Sternen des Himmels kennt man bisher nur solche, die ineinem weißen, mehr oder weniger gelblichen oder röthlichen Lichteglänzen. Unter den röthlichen zählten schon die Alten den Arctur,Aldebaran, Pollux, Antares und « Orion, die uns auch noch inderselben Farbe erscheinen. Aber auch Sirius wird von ihnen alsroth beschrieben, während er uns doch durch seine blendend weißeFarbe auffällt, es scheint daher, daß die Farbe der Sterne mitder Zeit sich ändere, so wie ihre scheinbare Größe, von deren Än-derung wir schon oben (S. 3) gesprochen haben. Unter den dreygenannten Farben kömmt allerdings die weiße und gelbe am häu-figsten vor, aber auch die roth und zwar bis zum dunkelsten Blut-reich gefärbten Sterne findet man, wenn gleich seltener, in allenGegenden des Himmels verstreut.

Allein blaue oder grüne Sterne hat man, unter den ein-fachen Fixsternen bisher noch nicht gesehen. Alle Farben, unter