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gleichsam in zwey Theile getheilt wird. Legt man dann über den oberenRand dieses Buches die Mitte des Gesichts so, daß der Nasen-rücken mit dem Rande des BucheS nahe parallel zu liegen kömmt,und betrachtet man dann mit beyden offenen Augen jene Linie, sosieht man sie nicht mehr als eine einzige, sondern als eine doppelte,in der Gegend des Buches scharf gebrochene, gerade Linie und diesebeyden Theile der Linie sind einander nicht parallel, sondern viel-mehr wieder um denselben Winkel von nahe drey Graden gegeneinander geneigt. Die Größe dieses Winkels wird wahrscheinlichfür verschiedene Augen verschieden seyn, aber mir ist, so oft ichauch Andere dieses Experiment wiederholen ließ, noch Niemandvorgekommen, der diese Linie ungebrochen oder auch nur parallelgesehen hätte. Wir werden daher gezwungen seyn, anzunehmen,daß die beyden Augen jedes Menschen ganz verschiedene Urtheileüber die Lage der Gegenstände gegen den Horizont und untersich selbst erzeugen und höchst wahrscheinlich erstreckt sich diese Ver-schiedenheit auch auf die Größe, auf den Grad der Beleuch-tung und selbst auf die Farbennüancen dieser Gegenstände,die nicht nur jedes Auge desselben Menschen auf seine eigene Artsieht, sondern die auch zugleich von verschiedenen Mensche» wiederauf verschiedene Arten gesehen werden, so daß wir alle selbst vondiesen, unserem vollkommensten Sinne zunächst unterworfenen Ge-genständen eigentlich nur das sehen, was uns von ihnen unsere an-geborne Brille zeigt oder was unsere eigene Individualität schonzuvor in sie hineingelegt hat.