III
Alle diese und noch viele andere ähnliche Beyspiele zeigen deut-lich, daß jene Muthmaßung einer bloßen optischen Illusion nichtgegründet ist, und daß wenigstens Key sehr vielen, ja bey denmeisten Doppelsternen dieser Unterschied der Farben eine wesentli-che und ihnen selbst zukommende-Eigenheit derselben seyn muß.
(Diese FArben Kommen den DoppelstcrlMt eigenthümlich ?u.) Auchgibt es ein eben so einfaches als sicheres Mittel, sich zu überzeu-gen, ob diese Farbenverschiedenheit ihren Grund bloß in unseremAuge hat. Man darf nur, wenn beyde Sterne im Felde deSFernrohrs erscheinen, den größern durch einen dicken Faden oderdurch einen andern Gegenstand, den man in die Nahe des Brenn-punctes bringt, bedecken. Wird dann der kleinere, früher blaueoder grüne Stern jetzt weiß, so war jene erste Farbe ihm nichteigenthümlich; bleibt er aber blau oder grün, so gehört die Fär-bung ihm selbst an. Die meisten Beobachtungen dieser Art habenaber die frühere Farbe des kleinen Sterns nicht verändert, alsomuß auch bey allen diesen der oben erwähnte Verdacht von selbstfallen, und wir sind gezwungen anzunehmen, daß diese blaueund grüne Farbe, die wir sonst bey keinem einfachen Fixsterneantrcffen, den Doppelsternen eigenthümlich zukomme, obgleichwir die Ursache dieser Sonderbarkeit nicht kennen, und vielleichtauch nie kennen werden, denn es fehlt uns auf der Erde ganzan analogen Fällen, an welchen wir unsere Versuche anstelle»könnten. Alle unsere Gegenstände sind nur dem Lichte einer einzi-gen, weiß oder weißgelb gefärbten Sonne ausgesetzt, und wirkönnen nicht einmahl ahnen, welche Wirkungen zwey verschie-den gefärbte Sonnen auf einander und auf die, ihren vereintenStrahlen ausgesetzten Gegenstände Hervorbringen mögen.
(Liegt der Ctrund dieser F°arbc in unseren optischen Instrumenten?)Wichtiger vielleicht möchte die Bemerkung seyn, die der jüngereHerschel erst im letztverflofsenen Jahre bekannt machte. Er,der doch seit längerer Zeit so viele Beobachtungen und Erfahrun-gen über die Doppelsterne gesammelt hat, behauptet, daß ihmdurchaus noch kein Fall vorgekommen sey, wo der eine der bey-