Vorrede des Uebersetzers.
Es mag vielleicht den mit Lacroips größerm Werke überDifferential- und Integral-Rechnung vertranten Lesernauf den ersten Blick sonderbar Vorkommen, hier einen klei-nen Theil dieses Werkes, die Einleitung nämlich, in einerÜbersetzung erscheinen zu sehen: da indessen dieser Theilein vollkommen abgeschlossenes Ganze bildet, und in derKürze alles Dasjenige ans der Funktionenlehre enthält, wasden Uebergang von der Elementarmathematik zur höhernAnalysis vermittelt, so glaubte ich um so weniger Anstandnehmen zu dürfen, genannte Einleitung in einer Ueber-setzung herauszugeben, weil der gewöhnliche Umfang derElementarmathematik, den man ihr für den Vortrag anGymnasien gestattet, diese Kenntnisse dem Anfänger nichtdarbietet, und letzterer daher vor dem Eintritte in dasGebiet der Differential- und Integral-Rechnung sich die-selben durch das Studium weitläufiger Werke über dieFnnktionenlehre mühsam zusammen zu lesen gcnöthigtwäre. Wollte man dagegen einwenden, daß er auf dieseWeise aber vollständiger ausgerüstet an's Werk ginge, sobemerke ich, daß ein ängstliches Streben nach Vollstän-digkeit des Wissens in einem Zweige der Mathematik,bevor der Fortschritt zum andern gewagt wird, sowohlüberhaupt, als namentlich beim Uebergange zur höhernAnalysis, fehlerhaft ist, indem jene Vollständigkeit j-tztfür ihn noch nicht erreichbar ist, sondern erst dann, wenner das ganze Gebiet der Wissenschaft mehr oder wenigerüberschaut. Man glaube ja nicht, daß hiermit der Ober-flächlichkeit und Lückenhaftigkeit das Wort geredet sey: