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bezeichnet und auch hier als das neueste geologische System eine nähere Be-trachtung verdient. Der Verfasser hat sich die Aufgabe vorgelegt, die Ver-änderungen der Erdoberflache aus noch jetzt wirksamen Ursachen zu erklären.Nach seinen Grundsätzen sind die jetzt thätigen Wirkungen nicht nur der Typus,sondern auch der Maßstab für die Intensität der physischen Kräfte, welche auf derErde in alten frühern Perioden gewirkt haben. Alles, was wir um uns sehen, istnur das letzte Glied der großen Kette von Erscheinungen, die in einem gleichförmi-gen Causalvcrbande entstanden sind, dessen Anfang wir nicht kennen, auf dessenEnde wir keine Aussicht gewinnen; denn die Urgesetze der Natur sind unveränder-lich und Alles, was wir jetzt sehen, ist diesen unveränderlichen Gesetzen unterworfen,sodaß wir die stattgefundenen Wirkungen nur nach denjenigen beurtheilen können,deren Vorgänge wir sehen. Ob es Spuren von einem Zustande gebe, der demAnfange der geologischen Reihe von Ablagerungen vorausging oder nicht, ist eineFrage von keiner entscheidenden Wichtigkeit. In dem ersten Bande hat L. seineAnsichten über die Wirkungen der unorganischen Kräfte der Natur niedergelegt, 'imzweiten bietet er uns seine Erklärung einer zahlreichen Sammlung von Erscheinun-gen dar, welche mit den Veränderungen der organischen Welt zusammenhängen;der dritte beschäftigt sich mit den tertiairen, secundairen, Transitions- und primairenFormationen und deren Entstehung. Dieses Werk wird einen bedeutenden Ein-fluß auf die Wissenschaft äußern, und bei allen Einwürfen, die Conybeare,Sedgwick und Andere gegen den Verfasser erhoben haben, gehört L. das großeVerdienst, in der neuesten Zeit, bei einer ganz andern Gestaltung der Geologie,der Erste gewesen zu sein, der ein adäquates System dieser Wissenschaft aufge-stellt hat. (49)
Lyndhurst (John Singleton Copley, Baron), geboren am 21. Mai1772 zu Boston, kam 1775 mit seiner Mutter und seinen Schwestern nach Eng-land, wo sein Vater, John Singleton Copley, der 1774 nach Italien gereistwar, um sich in der Kunst zu vervollkommnen, 1776 seine Familie wiedersah.Copley widmete sich anfänglich fast ganz der Portraitmalerei, ward aber auch baldals Historienmaler berühmt, besonders durch den sogenannten Tod des Lords Cha-tham, ein ausgezeichnetes Bild, das den großen Staatsmann in dem Augenblickedarstellt, als er nach seiner berühmten Rede für Amerika im Hause der Gemeinenin Ohnmacht siel. Er starb in hohem Alter 1815. Sein Sohn zeichnete sichschon auf der Hochschule zu Cambridge durch seine Talente aus, und als er 1795ein Reisestipendium von der Universität erhalten hatte, besuchte er sein Vaterland,um einige Familienangelegenheiten zu ordnen, und bereiste einen Theil der nörd-lichen Staaten. Nach seiner Rückkehr begann er 1798 das Studium der Rechts-wissenschaft in London und trat darauf in den Sachwalterberuf ein. Nachdem erbereits 1816 für Uarmouth in das Haus der Gemeinen gekommen war, machteer sich besonders dt'rch die in Gemeinschaft mitWetherell geführteglänzende Verthei-digung der als Hochverräther angeklagten Radicalen, Watson und Arthur Tbistle-wood, bekannt. Es gehört zu den schnellen Wechseln in dem Leben eines Sach-walters, daß Wetherell und Copley, damals die gefeierten Lieblinge des Volkes,wenige Jahre später als Rechtsbeamte der Krone die Bahn zu den Ehrenstellen be-treten hatten, die damals gewöhnlich nur den Tones offen standen. Copley's stei-gender Ruhm in den Gerichtshöfen veranlaßt? die Regierung, ihn für den höhernStaatsdienst zu gewinnen, und nachdem er 1819 als zweiter Kronanwalt (Soli-citor Feneral) angestellt worden war, nahm er thätigen Antheil an dem Proceßgegen die Königin Karoline. Er zeigte bei dieser Gelegenheit große Mäßigung, undverrielh ein so sichtbares Bestreben, nur als der amtliche Gegner der Angeklagtenzu erscheinen, daß die heftigen Vertheidiger der unklugen Maßregel ihn der Lauheitbeschuldigten. Dies war indeß kein Hinderniß seiner Beförderung und er wurde