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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
125
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Gablenz 125

dieses Verhaltniß zu stören, wozu besonders das Zerwürfniß beigetragen habenmag, in welches F. mit dem Chef oes Generalstabs, dem General von Langenau,gekommen war, der einen bedeutenden Einfluß auf den General Reynier erlangthatte. F. focht wahrend des Feldzugs in Polen mit großem Ruhme, beson-ders in dem erbitterten Kampfe bei Podobno (12. Aug. 1812), und gewann dasVertrauen und die Liebe seiner Kampfgenossen. Seine Feinde aber waren so thä-tig, den mistrauischen Oberbefehlshaber gegen ihn einzunehmen, daß er im Januar1813 das Commando über seine Division abgeben mußte und nach Sachsen zu-rückberufen ward. Er wurde zwar in Dresden mit Auszeichnung empfangen,aber man verhinderte ihn, sich dem Könige zu nahern, und in Wartegeld gesetzt,begab er sich nach Würzen, wo er zurückgezogen im Kreise seiner Familie lebte. Dasrussische Generalgouvernement, dem F. zu dienen sich weigerte, gab ihm seine Ent-lassung mit einer Pension. Als der König 1813 zurückgekehrt war, erklarte erdiese Entlassung für nichtig und F. trat wieder mit Wartegeld in die Zahl der wirk-lichen Generallieutenants der Cavalerie. In demselben Jahre ward er von demKönig in das Hauptquartier des Herzogs von Wellington geschickt, um die Auszah-lung der von England versprochenen Subsidien zu betreiben, aber erst durch eineunmittelbare Unterhandlung in London konnte er den Zweck seiner Sendung errei-chen. Er kam im November nach Sachsen zurück, und lebte seitdem in Würzen,mit erneutem Eifer geschichtlichen Forschungen sich widmend. Die reifste Fruchtseines Geistes waren dieGemälde aus dem Zeitalter der Kreuzzüge" (4 Bde.,Leipzig 182024), worin gründliches Quellenstudium mit Lebendigkeit undWürde der Darstellung sich vereinigt. In seinen letzten Lebensjahren entwarf erden Plan zu einer Geschichte von Ungarn, dessen Ausführung verhindert ward, als1825 ein Schlagfluß seine Thatigkeit hemmte. Ein wiederholter Anfall im Som-mer 1827 schwächte ihn noch mehr, bis er am 7. Aug. 1828 nach langen Leidenstarb. Die Universität zu Marburg ehrre seine literarischen Verdienste bei ihrerdritten Jubelfeier durch das Diplom eines Doctors der Philosophie. Die nach sei-nem Tode erschienenenErinnerungen aus dem Feldzuge des sächsischen Corps un-ter dem General Grafen Reynier im Jahre 1812" (Dresden 1829) gebenschatzbare Aufschlüsse über die Ereignisse jener Zeit und suchen die gewaltsame Ent-scheidung zu Ende des Jahres 1813 aus frühern Vorgängen zu erklären. (Vgl..Zeitgenossen", dritte Reihe, Nr. 12.)

G.

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b lenz (Heinrich Adolf von), geboren zu Weida 1764, trat schon 1776bei der sachsischen Cavalerie in Dienste und erhielt, nachdem er bis dahin in den an-dern Dienstgraden gestanden, 1809 als Oberst das Commando des später zu Uh-lanen umgeformten Dragonerregkments Prinz Clemens. Beim Beginn des Feld-zugs 1812 wurde er Generalmajor und Brigadier der leichten Cavalerie des sieben-ten Armeecorps unter Reynier's Oberbefehl, und bildete mit seiner Brigade bald dieVor-, bald die Nachhut desselben, wobei er vielfache Gelegenheit fand, durch ge-schickte Leitung den stets bei weitem überlegenen feindlichen Reitermassen erfolgrei-chen Widerstand zu leisten. Er zeichnete sich besonders auch in dem glänzendenGefecht bei Jsabellyn am 16. Nov. 1812 aus, und erhielt zur Belohnung das Com-mandeurkreu; des Heinrichsordens. Im Gefecht bei Kalisch von dem Hauptcorpsgetrennt, gelang es ihm nach einem sehr schwierigen und geschickten Rückzug, nach-dem er an der schlesischen Grenze war zurückgeworfen worden, sein Corps auf neu-