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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
799
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Labbey de Pempierre Laborde

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L.

labbey de Pompierre, s. Pompierre (Labbey de).

Lab ord e (Alexandre Louis Joseph, Grafvon), französischer Staatsmannund Gelehrter, ist der Sohn des reichen Hofbankiers Jean Joseph L. in Paris, wel-cher wahrend der Schreckenszeit hingerichtet wurde. ^ Im Anfange der RevolutionH.Ute der Vater seinen Sohn, geboren 1772, nach Ostreich geschickt, wo er in denKriegsdienst trat und die ersten Feldzüge gegen die französische Revolution unterdm Kinskiöragonern mitmachte. Nach dem Friedensschlüsse zwischen Ostreichund der französischen Republik kehrte L. in sein Vaterland zurück und sammelte dieTrümmer des vaterlichen Vermögens, indessen sein Bruder die Bankiergeschaftein England fortsetzte. Durch seinen geistreichen Gesellschaftston ward er baldin den großen Cirkeln beliebt und mit der Bonaparte'schen Familie vertraut.Er halte von seinem Vater einen besondern Geschmack für Kunst geerbt und ver-wendete sein Vermögen zum Theil zur Befriedigung dieses Geschmackes, wobeiihm seine angeborene Thätigkeit und außerordentliche Lebhaftigkeit wohl zu stattenkam. Er bereiste Italien und dann Spanien, letzteres von einigen Zeichnern beglei-tet. Da Spanien damals den Franzosen noch wenig bekannt war, so widmete erdiesem Lande eine genaue Untersuchung, und gab seit 181)8 in fünf BändensinItinermre ckescriptlf cke 1'Lspagne" heraus, welches zwei Mal aufgelegtwurde und noch jetzt das vollständigste topographisch-artistische Werk ist, welchesman über Spanien besitzt, obschon freilich manche Angaben veraltet sind. Ein frü-her begonnenes Werk ist seine pittoreske et kistoriyue (1e l'Lspogne"(4 Bde., Paris 180715, Fol.), mit einer Menge meistens sehr gut ausgeführ-ter Kupferstiche. Der Spanier Marchcna scheint einen Theil des Textes verfertigtzuhaben; die Kupfer sind von den besten Künstlern in Paris. Dies kostspieligeUnternehmen hat dem Grafen von L. einen betrachtlichen Theil seines Vermögensgekostet. Außerdem gab er die Beschreibung eines bei Sevilla aufgefundenenMosaik-Fußbodens (Description U'un pave en mosaüpie, üecouvert üaus l'nn-cieime viile ck'ltulicu", Paris 1802, Fol.) heraus. Die Keuntniß, die er von deminnern Zustande Spaniens besaß, machte, daß ihn Napoleon auf seinem Zuge nachMadrid 1802 mit sich nahm. Aus einer ähnlichen Ursache mußte L. Napoleon aufseinem Feldzuge nach Ostreich begleiten, und als Wien eingenommen wurde, bekamer für die Dauer der Occupation die Verwaltung der kaiserlichen Domainen. Her-nach wurde er zum Requetenmeister beim kaiserlichen Staatsrathe zu Paris ernannt.Er mußte dann die Gesandtschaft nach Wien begleiten, welche im Namen Napoleonsum dieHand Marie Louisens anhielt. Seine verschiedenen Reisen nach Ostreich blie-ben nicht ohne Früchte für seinen Kunstgeschmack. Er gab in einem Prachtbande(1813) die demGrafen von Lamberg zugehörende Sammlung griechischer Vasen hier-aus, und späterhin eine pittoreske Reise nach Ostreich, ebenfalls mit vielen Kupfern,wovon mehre die bei Gelegenheit der Verlobung Napoleons mit Marie Louise statt-gehabten Feierlichkeiten darstellen. Als Requetenmeister bekam er die Aufsicht überden Brücken- und Wegebau im Seinedepartement, das heißt im Umkreise der Haupt-üadt Frankreichs. Bei seinen amtlichen Beschäftigungen setzte er noch ein 1808begonnenes Prachtwerk fort, nämlich die Beschreibung der vorzüglichsten Lustgar-ten und Lustschlösser Frankreichs (HescrPtion ckes uouveauxjarüins deIrenesat äe ses uriciens clmteuux", Paris 1808, 2 Bde., Fol.), mit Kupfern, worinunter andern das von seinem Vater mit so großem Aufwände verschönerte LandgutMcreville beschrieben wird. Beim Heranrücken der verbündeten Mächte gegenParis 1814 wurde er zum Adjutanten im Generalstabe der Nationalgarde ernannt

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