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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
976
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Lyndhurst

bereits 1824 Generalanwalt und 1826 mit Lord Palmerston nach einem hart-nackigen Wahlkampfe von der Universität Cambridge ins Parlament gewählt. Indemselben Jahre ward er der zweite Beamte-in der Reichskanzlei (Nsster vk tllerolls), und das höchste Ziel eines englischen Rechtsgelehrten, die Kanzlerwürdeseine nächste Aussicht. Obgleich Canning's Freund, hatte sich Copley, einstim-mig mit dem Lordkanzler Eldon, gegen die Emancipation der Katholiken erklärtals dieser aber bei Canning's Erhebung 1827 seine Stelle niederlegte, ging Copley"wie viele Andere, zu der Ansicht über, daß die Staatsklugheit die Rechtsgewährun-gen foderte, die er früher bestritten hatte, und er wurde zum Lordkanzler und zumBaron Lyndhurst erhoben. Er nahm mit seiner Adelswürde das WappenmottoINtra pergere" an. Au den Grundsätzen der Tones sich hinneigend, mochte erseinen Wahlspruch am sichersten bewähren zu können glauben, als nach Goderich'skurzer Verwaltung jene Partei unter Lord Wellington den Sieg errang, und L.,der Kanzler geblieben war, zeigte sich als den eifrigsten Anhänger des neuenMachthabers. Die großen, oft beklagten Misbräuche in der Reichskanzlei(cvurt vi cÜAncer?), über welche Lord Eldon, der hartnäckige Verfechter des Alten,immer seine schützende Hand gehalten und die auch L. mit jenem gegen die An-grisse der Opposition vertheidigt hatte, wurden während seiner Verwaltung so we-nig weggeräumt, daß Brougham einen vollen Augiasstall zu reinigen fand, alsL. ihm nach Wellington's Sturze Platz machte. Er sprach, obgleich er einer all-mäligen Reform nicht abgeneigt zu sein versicherte, gegen Grey's neues Wahlgesetz,weil es die Vorrechte der Krone zerstören, das Ansehen des Oberhauses untergrabenund die Rechte und Freiheiten des Volkes vernichten werde, und meinte, das Hausder Gemeinen habe zwar im Lause der Zeit einige Mängel erhalten, doch sei dieVerfassung desselben seit 200 Jahren unverändert geblieben und kein Fall vorge-kommen, der eine so ausgedehnte Reform rechtfertige. Als Lord Grey im Marz1832 die dritte Reformbill in das Oberhaus brachte und die zweite Lesung durchStimmenmehrheit entschieden war, trat L. im Mai bei den Verhandlungen desAusschusses als Organ der Torypartei aus, die sich noch einmal des Sieges gewißhielt, indem er einen Antrag machte, der den Ministern die Entscheidung der gro-ßen Frage aus den Händen spielen sollte, und während der acht Tage, wo Grey'sMinisterium schwankte, war L. in den Verhandlungen mit dem König und mit LordWellington vergebens bemüht, den Sieg zu vollenden. (Vergl. England.) Nachdem Siege der Reformbill trat er in den Hintergrund zurück und ist jetzt Oberrichter((Miel burvn) des Lehnhofsgerichts (l^vurt vk exvüeeiuvr). Seine Biegsamkeithat ihm manche bittere Vorwürfe zugezogen, die so weit gingen, daß einer seinerGegner im Parlament von ihm sagte, L.'s ganzes Leben sei eine Reihe von poli-tischen Prostitutionen und Apostasien gewesen. Als Redner empfiehlt er sich durchklare gründliche Entwicklung, ohne in den ersten Reihen zu glänzen. Kunstliebeund Kunstgeschmack hat er von dem väterlichen Hause geerbt urzd aufstrebende Ta-lente stets unterstützt.