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Ludwig Philipp (König der Franzosen)
Hofe abgewiesen, schifften sie sich nach England ein, wo sie 1800 ankamen hierlebte der Herzog von Orleans mit seinen beiden Brüdern, dem Herzoge von Mom-pensier und dem Grafen von Beaujolais, zurückgezogen in Twickenham mit wis-senschaftlichen Arbeiten, besonders mit dem Studium des Landes und seiner Ein-richtungen beschäftigt. Der Herzog von Montpensier starb daselbst 1807; da auchder Graf von Beaujolais an einer auszehrenden Krankheit litt, so riechen die Anteeine Veränderung des Klimas an. Ludwig Philipp begab sich daher mit ibm nachMalta, ,wo der Graf im Mai 1808 starb. Der Herzog ging jetzt über Messinanach Palermo, wo ihn der König Ferdinand IV. an seinem Hose gütig aufnahm.Bald darauf (35. Nov. 1809) vermählte er sich daselbst mit der Tochter des Kö-nigs, Marie Amal ie, der.jetzigen Königin der Franzosen (geboren den 36. AM1783). Bisher hatte sich der Herzog stets geweigert, die Waffen gegen Frank-reich zu ergreifen; als ihn aber letzt die Regentschaft in Cadiz einlud für Spaniengegen Joseph und Napoleon zu kämpfen, folgte er dem Rufe und ward in Eata-lonien mit Begeisterung ausgenommen. Das englische Cabinet aber machteSchwierigkeiten und er kehrte daher nach Palermo zurück. Hier stimmte er mit demunpolitischen Verfahren der Königin Marie Karoline so wenig überein, daß er sichvom Hofe zurückzog.
In Folge der Restauration begab er sich mit seiner Gemahlin und dreiin Palermo geborenen Kindern, dem jetzigen Kronprinzen, Ferdinand Phi-lipp Ludwig, damals Herzog von Ehartres, jetzt Herzog von Orleans, geborenden 3. Sept. 1810, Louise, Mademoiselle d'Orleans, der jetzigen Königinder Belgier, geboren den 8. April 1813, und Marie Christine, gehörenden13. April 1813, nach Frankreich, wo er am 1.5. Mai 1814 in Paris anlangte.Bei Napoleons Rückkehr von Elba waren ihm die Norddepartements gemeinschaft-lich mit dem Marschall Mortier anvertraut. Nach des Kaisers Hinzuge in Parisübergab der Herzog, ohne Verhaltungsbefehle von Ludwig XVIII. gelassen, dasvollständige Commando dem Marschall Mortür, indem er ihm unter Anderm Fol-gendes schrieb: „Ich bin ein zu guter Franzose, um das Interesse Krankreichs des-halb hintanzusetzen, weil neue Unglücksfälle mich zwingen es zu verlassen. Ichreise fort von hier, um mich in Vergessenheit zu begraben. Ich empfehle Ihnen,daß Sie Alles thun mögen, was Ihnen Ihr vortreffliches Urtheil und Ihre reineVaterlandsliebe als das Beste für die Interessen Frankreichs und als Dasjenigedarstellen, was sich am angemessensten mit allen Pflichten, die Sie zu erfüllenhaben, vereinigen läßt." Mortier theilte dieses Schreiben dem Kaiser mit, dersich über den Herzog so äußerte: „Voilü i'tiomme, <zm est veritnüle ?ranMs!"Ludwig Philipp folgte seiner Famiüe nach England und ließ sich wiederum inTwickenham nieder. Nach der zweiten Restauration kehrte der Herzog aus Eng-land im Aug. 1815 nach Paris zurück. Hier nahm er seinen Sitz in der Pairs-kammer ein, wo er sich für freisinnige Ansichten aussprach. Als man in einerAdresse an den König im Oct. 181.5 die Bestrafung politischer Verbrecher ver-langte, trug er auf die Unterdrückung dieses Paragraphen an. „Uberlassen wir"sagte Ludwig Philipp, „dem Könige die Sorge, aufconftitutionnellem Wege dienöthigen Vorsichtsmaßregeln zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung zutreffen, und machen wir keine Foderungen, deren sich der üble Wille leicht alsWaffen bedienen kann, um die Ruhe des Staats zu stören. Die Worte: Ehreund Vaterland, finden einen Wiederhall in ganz Frankreich, derselbe Fall ist esmit den Worten: Menschlichkeit und Gerechtigkeit." Der vorgeschlagene Pa-ragraph wurde verworfen. Allein der Herzog misfiel der Hofpartei, und da zugleichdie Liberalen in ihm ein Parteihaupt zu erkennen glaubten, so entzog er sich derUngnade des Hofes durch eine freiwillige Verbannung nach England (33. Oct.1815). Hierauf beschloß Ludwig XVIII. das geheime Verbot, daß die Prinzen
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