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Ludwig Philipp (König der Franzosen)
Penthievre, sorgfältig geleitet. Früher war sie dem Ritter Bonnard, einem duwbGelehrsamkeit und sittliche Grundsatze ausgezeichneten Offiziere, anvertraut von1782 an aber der Marquise von Sillery (Frau von Genlis). Diese entwarf dmBildungsplan mit mannlicher Festigkeit; auch hieß sie, zu Folge eines Befehlsdes Herzogs von Orleans, „Nustame le Avuvoineur". Der Herzog von Char-tres wurde außer seinen wissenschaftlichen Studien und gymnastischen Übungennoch mit mancherlei mechanischen Fertigkeiten, z. B. mit der operativen Chirurgie'beschäftigt. Die Begeisterung der Frau von Genlis für das Wohl und die Frei-heit der Völker prägte sich dem Gemüthe ihres Zöglings, des jetzigen Königs, sofest ein, daß er sie in seinen spatern Verhältnissen nie verleugnet hat. Als derPrinz während einer Reise 1788 auf dem Berge St.-Michel den eisernen Käsigsah, worin Ludwig XlV. einen hollandischen Journalisten, der gegen ihn geschrie-ben, 17 Jahre lang hatte einsperren lassen, so zerschlug er dieses Denkmal der Ty-rannei. Den Sitzungen der Nationalversammlung wohnte er als Zuhörer bei,und als die Versammlung decretirte, daß alle Inhaber von Regimentern diese ent-,weder persönlich befehligen oder den Dienst verlassen sollten, so begab sich der Prinz'sofort nach Vendüme an die Spitze des vierzehnten Dragonerregiments, das seinenNamen führte. Hier rettete er mit eigner Lebensgefahr zwei Manner von einemnahen Untergange und erhielt von der Stadt die Bürgerkrone. Bald darauf wurdeer nach Valenciennes geschickt, wo er als ältester Oberst das Commando desPlatzes übernahm. Von hier aus vollbrachte er am 28. April 1792 seine erstenWaffemhaten unter Biron bei Boussu und Quarignon. Am 7. Mai wurde erzum Generalmajor unter dem Marschall Luckner befördert und stand mir seinerDragonerbrigade bei dem Armeecorps in Lothringen. Kellermann trat jetzt anLuckner's Stelle, und der Herzog kämpfte als Generallieutenant an der Spitze derzweiten Linie gegen die Preußen bei Valmy, am 20. Sept. 1792, mit einer glan-zenden Tapferkeit. Darauf unter Dumouriez's Oberbefehl gestellt, stieß er am8. Nov. zu Beurnonville und eroberte die Mühle und Batterie bei Boussu. BeiJemappes (6. Nov.) befehligte der Herzog 24 Bataillons. Mit einem Theile der-selben griff er das Centrum der Ostreicher an; zurückgeworfen, stellte er unter sei-nen Truppen die Ordnung wieder her, rückte von Neuem vor, ließ mit gefälltemBayonnete die Batterien stürmen, drang in die Redouten ein und gab den Aus-schlag des glänzenden Sieges bei Jemappes. Seine Auswanderung mit Du-mou riez (s. Bd. 3) am 4. April 1793 war von ganz anderer Art, als die derübrigen Prinzen. Der Deputirte Jsarn-Valady hatte, bei Gelegenheit der Ver-urtheilung Ludwigs XV!., die Verbannung der ganzen bourbonischen Familieverlangt. „Ihr werdet", sagte er (s. „Boniteur" vom Jan. 1793), „meine Be-sorgnisse nicht ungegründet finden, wenn ich Euch daran erinnere, daß der ältereSohn Ludwigs von Orleans, vermöge der damaligen Privilegien seines Standes,in seinem zwanzigsten Jahre zum Generallieutenant ernannt worden ist. Bürger,ich will nicht verleumden, ich kenne den Werth seiner Dienste und glaube an seineTugenden, fürchte aber dieselben mehr als ich sie ehre. Veränderlichkeit auf dereinen Seite, Dankbarkeit auf der andern können gefährlich sein. Vielleicht stelltman ihn bald an die Spitze eurer Armeen; urtheilt, ob eS Zeit sei, ihn zu verban-nen!" Bald darauf ward in Paris ein Verhaftsbefehl gegen den jungen Herzogerlassen; er ward geächtet und es ward ein Preis auf seinen Kopf gesetzt. Nun begabsich Ludwig Philipp von Möns im Hennegau, unter erdichtetem Namen, beglei-tet von seinem Adjutanten Ducrest, am 12. April 1793 nach der Schweiz; denner hatte, obgleich von seinem Vaterlande verstoßen, es doch abgelehnt, als östrei-chischer General gegen dasselbe zu fechten. Diese Auswanderung konnte nur vonder damals herrschenden Faction als ein Verbrechen angesehen werden, währendidre Rechtfertigung in dem Umstürze einer vom Herzoge beschworenen Constitution