Ludwig I. (Grvßherzog vrm Hessen)
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chenlands und der Türkei". Bald nachher erschien eine gelungene Übersetzung des„Tom Jones" (4 Bde., Leipzig 1826). Seine Vorliebe für die Griechen führteihn auch zu einer romantischen Behandlung ihrer Geschichte im „Andruzzos derLivadier" (2 Bde., Leipzig 1826). Außer diesem Roman lieferte er noch zwei an-dere, von denen „Die beiden Foscari" (2 Bde., Leipzig 1827), die Idee der Va-terlandsliebe und das Unwillkürliche, Unbewußte in derselben, „Pittoria Jturbide"(3 Bde., Zwickau 1830) den Streit zwischen Ehrsucht und Liebe zu veranschau-lichen streben. Seinen in Journalen und Taschenbüchern vielfaltig zerstreuten Erzählungen fehlt originelle Kühnheit, aber nicht Geschick und Wahrheit. Unterden noch nicht gesammelten lyrischen Ergüssen zeichnet sich vor Anderm die poe-tische Epistel aus. Zu seinen übrigen Schriften gehören auch mehre Städteschil-derungen. (76)
Ludwig I. *), letztverstorbcner Großherzog von Hessen, ward am 14.Inn. 1753 zu Prenzlow in der Uckermark geboren, wo damals sein Vater Ludwig,Erbprinz von Hessen-Darmstadt, mit seinem Regiment? als preußischer General-major in Garnison stand. Den größten Theil seiner Jugendzeit verlebte L. inBuchsweiler im Fürstenthum Hanau-Lichtenberg, einer damals hessendarmstädti-schcn Besitzung, unter der Aussicht seiner tresslichen Mutter, Henriette ChristineKaroline Luise, geborenen Prinzessin von Zweibrücken-Birkenfeld, wahrend der Va-ter sich in Pirmasens dem Militair und den Regierungsgeschäften widmete. SeineMutter, damals noch Erbprinzessin, zog 1765 mit ihren Kindern von Buchsweilernach Darmstadt, und L. wurde besonders von dem Geschichtschreiber Wenck unter-richtet, der kräftig auf dessen Erziehung einwirkte und Manches verbesserte, waSdurch französische Hofmeister und einen starren Dogmatiker, Namens Ouvrier, warverfehlt worden. L. ging 1769 nach Leyden, wo er, außer juristischen Collegien, auchVortrage über Mathematik, Physik u. f. w. hörte. Nach einer Reise durch die Nie-derlande, Frankreich und England, gab dem Prinzen die Vermahlung seiner Schwe-ster mit dem damaligen Großfürsten Paul von Nußland (1773), Veranlassung inrussische Kriegsdienste zu treten. Seine kriegerische Laufhahn endigte aber damalsder Friedensschluß zu Kutschuk Kainardschi, und L. kehrte nach Darmstadt zurück.Hier lebte er der Wissenschast, der Kunst und einer stets fortschreitenden Vorberei-tung zu seinem künftigen Berufe. Die Musik sprach ihn früh wie wahrend seinesganzen Lebens besonders an; aber auch Malerei und Mechanik. Im Opernhausezu Darmstadt war damals ein fürstliches Liebhabertheater, wahrend auf den» Rath-hause wandernde Gesellschaften spielten. Diesen und ähnlichen Beschäftigun-gen sich widmend, unter welchen die mit dem Militair allerdings vorzugsweiseeine Stelle einnahm, vermahlte sich L. 1777 mit Luise Karoline Henriette,Tochter seines Oheims, des Landgrafen Georg Wilhelm von Hessen, einer geist-vollen und liebenswürdigen Prinzessin. Er verlebte die Zeit von seiner Vermah-lung bis zu seinem Regierungsantritte meist in Darmstadt oder in dem reizendenAuerbach an der Bergstraße; stets thatig, auf Vieles sein Interesse lenkend, ein-fach und hier wie immer allem Lobe, aller Schmeichelei feind — ein Mann, nichtdes Scheinens, sondern des Seins. Der Tod des Landgrafen Ludwig IX. rief ihn1790 zur Regierung. Bald nachher verlor L. feine Hanau lichtenbergischen Be-sitzungen. Seine Truppen kämpften am Rhein, im Elsaß und in den Niederlanden;er selbst wohnte der Belagerung von Mainz bei. Endlich aber sah er sich genöthigt,seine Residenz zu verlassen und sich erst nach Gießen, späterhin nach Sachsen zu be-geben. Darmstadt und Gießen waren von den Franzosen besetzt. Die Kricgs-ereignisse am Main und Rhein nahmen die Thätigkeit L.'s und die erschöpftenCassen seiner Unterthanen bis zum März 1799, wo ein Separatfrieden zwischen
Der Greßherzog schrieb seinen Namen Ludewig.