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Männer darstellten, so viel als möglich in sich zu vermitteln und so seine Selbstän-digkeit zu behaupten. Der Erfolg seiner sehr besuchten Vorlesungen und die Empfeh-lung der theologischen Facultät verschafften ihm 1818 eine außerordentliche theolo-gische Professur. Bei Errichtung der Universität Bonn im Herbste 1818 wurdeer als ordentlicher Professor der Theologie dahin versetzt. Hier wirkte er in demschönsten Freundeskreise vorzüglich im Fache der Exegese und Kirchengeschichte neunJahre sehr anregend, nahm aber 1827 einen ehrenvollen Ruf nach Göttingen an,wo er mit großem Beifall auftrat und in dem für Göttingen verhangnißvollenWinter 1831 — 32 das Protectorat bekleidete. Die Regierung hat seine ausge-zeichnete Wirksamkeit durch Verleihung des Charakters eines Consistorialraths ge-ehrt. Von seinen Schriften nennen wir den „Grundriß einer neutestamentlichenHermeneutik" (Götlingen 1817); „Über den neutestamentlichen Kanon des Eu-sebius" (Berlin 1817); „Commentar über die Schriften des Evangelisten Jo-hannes" (erster bis vierter Band, Bonn 1820 — 32). Außerdem hat er,in der mit seinem Freunde Gleseler herausgegebenen „Christlichen Zeitschrift", so-wie in Ullmann's und Umbreit's „Studien und Kritiken", mehre kleinere Abhand-lungen geliefert. L. gehört zu Denen, welche man vor einem Jahrzehend zur äußer-sten Rechten unter den Theologen rechnete, jetzt aber wol zu Denjenigen zählen wird,welche über den Gegensätzen und Extremen der Zeit eine höhere Einheit suchen,oder vielmehr die in der heiligen Schrift gegebene ewige Mitte festhalten. (68)
Lüdemann (Georg Wilhelm von), geboren am 15. Mai 1796 zu Küstrin,wo sein Vater damals königlicher Kammerdirector war, seit 1828 nach einem viel-bewegten Reifeleben bei Freistadt in Schlesien! wohnend. Seine in Berlin begon-nenen akademischen Studien wurden bald durch den Aufruf des Königs unterbro-chen, dem er Genüge leistete, indem er im März 1813 als Freiwilliger dem Aork'-schen Corps sich anschloß. Er nahm Theil an den Schlachten bei Lützen, an der Katz-bach, bei Leipzig und machte nach dreimaliger Verwundung den Feldzug in Frankreichmit. Von 1814 — 16 besuchte er von Neuem die Universität, und in diese Zeit, wäh-rend welcher er sich neben den Rechtswissenschaften auch mit der Geschichte und demSprachstudium beschäftigte, fällt seine Verbindung mit Dan. Leßmann, der währenddes Feldzugs sein Nebenmann gewesen war. L-'s Anstellung als Referendar bei derRegierung zu Berlin dauerte nur einige Jahre, da eine Herzkrankheit die Fortsetzungaller angestrengten Arbeiten verbot und sein nun beginnendes Reiseleben ebenso er-wünscht als nothwendig machte. Er durchflog Deutschland, die Schweiz, Slavo-nien, Italien und knüpfte in Neapel und Rom mit Karl Witte ein enges Freund-schastsbündniß, das für L. eine neue Lebensrichtung eröffnen mochte. An derSeite des Freundes kehrte er, nachdem Italien und ein Theil Frankreichs durch-wandert war, nach Deutschland zurück. Vergeblich aber war sein Versuch, sich indie heimische Ruhe wieder einzugewöhnen; die Reiselust trieb ihn durch Hol-land, England, Frankreich. Ein dreimonatlicher Aufenthalt im Lande derBasken führte zum Studium des Charakters und der Sprache dieses Volkes, undhatte das geschätzte Werk: „Züge durch die Hochgebirge und die Thäler der Pyre-näen" (Berlin 1825), zum Ergebniß. Ein Ausflug nach Spanien füllte denSommer von 1822; seine Rückkehr nach Paris brachte ihn in die Nähe Llorente's,und die Frucht seiner dortigen Sprachstudien sowie des Umgangs mit jungen Grie-chen war seine „Neugriechische Grammatik" (Leipzig 1826). Nach Deutschlandzurückgekehrt, verlebte er mehre Jahre in einer anmuthigen Gegend des Ruhrthalesund bearbeitete Übersetzungen mehrer Schauspiele Alsieri's und der historischen Bal-laden Scott's (Zwickau 1825—26). Ein halbjähriger Aufenthalt in Breslauförderte die mit Witte und Kannegießer gemeinschaftlich unternommene Übersetzungder „Lyrischen Gedichte" des Dante (Leipzig 1827). Während seines Aufenthaltsin Dresden lieferte er für die „Historische Taschenbiblivthek" die „Geschichte Grie-