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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
946
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Lubieüskl

Jahr 182t wählte ihn das Meurthedepartement wieder zum Deputirten-dasselbe geschah auch 1826. Von 1819 30 befand er sich in den Reihen derOpposition, deren Führer Foy, Casimir Perier und Sebastian! waren, mir denener durch Freundschaft und Grundsätze verbunden war. Er verlor seinen Titel alsStaatsminister, weil er laut gegen die Wahlunterschleife proteftirt hatte. Am29. Iul. 1830 bestimmte die Municipalcommission L. zum Chef der Finanzen -er übernahm diese Verantwortlichkeit, so groß sie auch sein mochte, und bezog dasSchatzgebäude, als der Kampf kaum entschieden war. Durch seine Geschaftskemu-niß und das Vertrauen, das sein Name einflößte, sowie durch seinen festen Willenjedwede Verwirrung in dem finanziellen Mechanismus zu vermeiden, ersparte erder Iuliusrevolution die Schande eines Bankerotts. Nachdem er die Finanzensolchergestalt gerettet hatte, zog er sich am 2. Nov. 1830 zurück, als das Mi-nisterium Laffitte ans Ruder kam. Es war ihm aber vorbehalten, den Staatg-credit noch einmal wieder aufzurichten. Als Perier an die Spitze der Regierungtrat, glaubte er den Beistand seines Collegen und Freundes nicht entbehren zukönnen, und am 13. Marz 1831 hatte L. das von ihm am 29. Iul. 1830 unter-nommene Werk beinahe wieder von vorn anzufangen. Die Finanzen befandensich damals in einem traurigen Zustande, und die Kammer ernannte eine Commis,sion, um den Zustand des Schatzes zu constatiren. Mit Hülfe dieser Commissionbeseitigte L. in kurzer Zeit alle Verlegenheiten. Das Vertrauen bot dem Staateseine Capitalien an. Nach Pe'rier's Tode blieb L. an der Spitze der Finanzver-waltung bis zum 11. Oct. 1832, wo bei der Bildung des neuen Ministeriumsunter Soult's Vorsitz, Humann (s. d.) an seine Stelle trat. Wahrend sei-nes letzten Finanzministeriums hat L. zwei Anleihen contrahirt, die erste zu 84Francs, die zweite zu 98 Fr. 50 Cent., ein Beweis des fortschreitenden Cre-dits. Unter seiner Verwaltung hat sich der Zinsfuß der königlichen Bons stetsvermindert, obgleich deren Anzahl fortwahrend zunahm. Am 13. Marz 1831konnte der Schatz kaum Bons zu 5 Procent und mit dreimonatlicher Verfall-zeit unterbringen; im Oct. 1832 drängte man sich im Schatzamte, um Bonszu bekommen, obgleich der Zins nur noch 21 Procent betrug und die Verfallzeitauf mindestens sechs Monate gestellt war. So konnte der siebzigjährige Staats-mann mit dem Bewußtsein, drei Mal die Finanzen des Staats gerettet zu haben, ineinen ehrenvollen Ruhestand zurücktreten. Die Kammer erkannte dies, als sie beider Prüfung der Staatsrechnung von 1832 den durch des Generalcassirers KeßnerBörsenspiel dem Schatze zugezogenen Verlust von 41 Million nicht dem Finanz-minister L., der, wie seine Vorgänger dem Cassirer zu viel Vertrauen geschenkthatte, zur Last legte. Daß übrigens die Finanzen Frankreichs durch fortwahrendeAnleihen, welche das Deficit decken müssen, und durch provisorische Creditbewilli-gungen gedrückt werden, ist eine Folge der öffentlichen Verhaltnisse des Staats undgehört zu den Nachwehen der Revolution. (7)

Lubienski (Thomas), polnischer General, nach Klicki, Dwernicki undUminski vielleicht der beste Reiterführer seiner Nation, stammt aus einer der an-gesehensten Familien Polens. Sein Vater, Graf Felix L., verwaltete zur Zeitdes Herzogthums Warschau das Amt eines Justizmimfters mit großer Aus-zeichnung, und seine Mutter, eine geborene Bielinska, durch Geist und Herzgleich ausgezeichnet, hat sich sowol durch ihre Vaterlandsliebe als durch ihre ge-lungenen dramatischen Dichtungen:Karl der Große und Wittekind",Wanda"und andere schriftstellerische Arbeiten einen bleibenden Namen erworben. L. be-gann seine militairische Laufbahn 1806, wo er bei dem Einzug der Franzosen inWarschau unter die neu errichtete Ehrengarde trat. Seine Talente und Kennt-nisse blieben nicht unbemerkt. Dem Generalstabe des großen Hauptquartiers zuge-theilt, zeichnete er sich wahrend des Feldzugs 1806 und 1807 bei mehren Gesech-