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Zweiter Band (1833) F bis L
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943
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Lornsen

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! Die Anstalt erhielt den Namen KillAs College, und wurde 1829 von der Regie-rung mit einem Vorrechtsbriefe begabt, welcher der Universität zu London nicht zu^ Theil geworden ist. Sie zerfallt in zwei Abcheilungen, in die höhere und in die un-^ lere Classe, welche zu jener vorbereitet. In der höhern Classe sind die Lehrgegen-^ stände nebst der Religionslehre dieselben Zweige des Wissens, welche die londoner, Universität lehrt. Die Theologie erfreut sich besonderer Beachtung und wird iniktitz > dieser Lehranstalt gründlicher und erschöpfender vorgetragen als in Oxford oderSGtz . Cambridge. In der neuesten Zeit hat besonders auch die medicinische Classe sichgehoben, für welche 1882 ein anatomisches Museum und eine Bibliothek gegründetwurden. Nur Mitglieder der englischen Kirche können bei her Verwaltung derAnstalt oder als Lehrer angestellt werden, ausgenommen die Lehramter der morgen-ländischen Literatur und der neuern Sprachen. Der Lordkanzler und sechs anderei!^ Staatsbeamte sind nach dem königlichen Vorrechtsbriefe kraft ihres Amts zu Ober-^ aufsehern bestimmt, die besondere Aufsicht aber führt der Erzbischof von Canter-^ bury. Acht auf Lebzeit ernannte Gouverneure und 24 gewählte Theilnehmer bil-den den Universitätsrath.

Lornsen (Uwe Jens), geboren 1795 auf der Insel Sylt, einem Theise desnordfciesischen Gebiets auf der Westküste des Herzogthums Schleswig, wo bis jetztdie eigenthümliche friesisch-deutsche Nationalität in schöner Originalität sich erhaltenhat; Verfechter der gesetzlichen Freiheit in Schleswig und Holstein. Sein Vater, wiedie meisten höher gebildeten Einwohner der Insel, verlebte die Jahre der Kraft alsSchissscapitain auf dem Wellmeere, war aber häufig wegen Reklamationen bei denPrisengerichten in London undParis und bekleidet jetzt das ehrenvolle Gemeindeamteines Rathmannes in Sylt. L. studiere 18162V in Kiel und Jena, war kurzeZeit Advokat, ging nach Kopenhagen und ward als Volontair beider schleswig-hol-steinischen Kanzlei angestellt. Bei dem höchsten Collegium der drei mit Dänemarkverbundenen deutschen Herzogtümer zeichnete sich L. nicht nur durch Eifer undFleiß, sondern auch durch ein ungewöhnliches administratives Talent so sehr aus,daß er die Zufriedenheit und Gunst seiner Obern erwarb, und Andere überspringend,bald zu dem wichtigen Posten eines Comptoirchefs, mit dem Titel eines Kanzlei-raths. gelangte, in welchem er das Referat in Kirchen- und Schulsachen, Militair-sachen, Straßenbauangelegenheiten, Handels- und Gewerbsachen hatte. Es standihm der Weg offen zu höhern Ämtern, aber das Amt eines Landvogts auf seinerheimathlichen Insel ward erledigt, was ihm von Kindheit her als das schönsteZiel seiner Wünsche und Wirksamkeit erschienen war, zugleich traten die pariserJuliustage ein und erweckten in seinem Gemüth längst schlummernde Hoffnungen.Die unfreundliche Weise, auf welche die Herzogthümer von Kopenhagen aus imNamen eines wohlwollenden Souverains regiert wurden, war ihm allzu deutlichgeworden. Vom Könige zum Landvogt auf Sylt ernannt, kam L. nach neunjäh-rigem Aufenthalt in Kopenhagen wieder in der Heimath an und fand in Kiel, woer manche Freunde hatte, die Gemüther durch die gewaltige Aeitbewegung lebhaftergriffen. Es wurde hier derathen und beschlossen, jetzt wiederum, der deutschenBundesacte und den alten vom König anerkannten Landesrechten gemäß, Peti-tionen für die Erneuerung der repräsentativen Verfassung bei der höchsten Behördein Kopenhagen einzureichen, wobei L. sich vor Allen thätig bewies, eine Versamm-lung gebildeter freiheitliebcnder Männer aus verschiedenen Gegenden des Landes zudiesem Endzweck zu Stande zu bringen. Um der Sache eine bestimmte RichtungM geben, ließ er drucken:Uber das Verfassungswerk in Schleswig Holstein"(Kiel 1880). Zehntausend Exemplare wurden in wenigen Tagen abgesetzt; derMann hatte endlich die Wahrheit ausgesprochen. L. hatte sich nicht getäuscht über! die Gefahr, der er sich preisgab. Zwar war die Ruhenirgend unterbrochen worden,bmnoch abcr wardL, als er eben die Landvogtei aus Sylt angetreten hatte, gefangen