Londoner Universität
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steinlegung der Paulskkrche gedient und den Christoph Wren der Freimaurerloge^ntiquit^ zu London geschenkt hatte. Während mehre ausgezeichnete Lehrer fürdie Anstalt gewonnen wurden, rückte der Bau so schnell vor, daß die Universitätam 1. Oct. 1828 durch eine Vorlesung des berühmten Anatomen Charles Belleröffnet wurde. Von dem Universitätsrath wurde 1882 ein Verwaltungsausschußniedergesetzt und zu gleicher Zeit ward ein akademischer Senat ernannt.
Jeder Student zahlt jährlich 5 Guineen in die Casse der Universität und1 Guinee für die Bibliothek und die wissenschaftlichen Sammlungen. Die Ge-sammtkosten für den Unterricht betragen jährlich gegen 80 Pfund Sterling. DieUnterrichtszeit dauert jährlich 10 Monate; zu Weihnacht und Ostern sind14 Tage, von der Mitte des Aug. bis zu Ende des Sept. 0 Wochen Ferien. Dieauf Widerruf angestellten Professoren erhalten verhältnißmäßig geringe Gehalteund sind hauptsächlich auf die Honorare der Studenten angewiesen. Die öffent-lichen Vorlesungen sind mit Prüfungen durch die Lehrer verbunden, und nur die-jenigen Zöglinge, welche denselben beiwohnen, können Anspruch auf Zeugnissemachen. Für einige Zweige des Wissens sind Privatlehrer (tutors) angestellt.Die Lehrgcgenstande sind: Sprachenkunde, Mathematik, Naturwissenschaften,Philosophie, Geschichte, englisches Recht, Staatswirthschaft, Arzneiwissenschaft.Der Lehrplan führte mehre Wissenschaften in das akademische Studium ein, diefrüher auf den englischen Universitäten nicht beachtet wurden, wie die Sprachenund die Literaturgeschichte der neuern europäischen Völker und die allgemeine Ju-risprudenz. Vorzüglich werden die Naturwissenschaften mit erschöpfender Um-sänglichkeit gelehrt, und nicht mindere Sorgfalt wird dem medicinischen Curfusgewidmet, der umfassender und doch wohlfeiler als in Hospital ist. Bei derEntwerfung des Plans hatte man nicht sowol die schottischen Universitäten als diedeutschen im Auge gehabt. Jährlich werden Preise vertheilt. Die Anstalt besitztreiche Lehrmittel, einen ausgezeichneten, von dem Professor Dionysius Lardner,dem Herausgeber der „(lullinet t^dopaeüia", eingerichteten physikalischen Appa-rat, ein von Turner sehr gut ausgestattetes chemisches Laboratorium, ein anato-misches Museum mit tresslichen Zeichnungen für pathologische Anatomie unterBell's Aufsicht und eine Sammlung zur Erläuterung der Arzneimittellehre, vonThompson eingerichtet.
Die londoner Universität hatte gleich bei ihrer Stiftung mit heftigen Anfein-dungen zu kämpfen. Die Manner, die sich zur Gründung derselben vereinigt hat-ten, gehörten größtentheils zur Whigpartei, und schon dies mußte der Anstalt Geg-ner erwecken. Mit den Tories verband sich auch hier die Kirchenpartei, welche dasInteresse der bischöflichen Kirche durch das Emporkommen einer blühenden Lehran-stalt, die sich von aller Verbindung mit ihr lossagen wollte, gefährdet glaubte.Sie suchte anfangs den Plan lächerlich zu machen und dann verdächtigte man ihn;man nannte die neue Hochschule spottend die Dissenteruniverfität, und sagte, dasInteresse der Staatsreligion fodere Sicherheit gegen den Einfluß einer von ihr ge-trennten Anstalt. Die aus dem Plane der neuen Lehranstalt hervorgehende Aus-schließung des theologischen Unterrichts und gemeinschaftlicher Andachtsübungengab den Widersachern Gelegenheit, die Vorurtheile der Wohlgeneigten gegen dasUnternehmen aufzuregen, und ihre Bedenklichkeiten wurden besonders in lettert» ille Rißcht Ronorullle Rollert l?eel, on tlls sullseet of tlle llniversit^ okl.on-u«>n. ellristiunus" (London 1828) ausgesprochen. Die Stifter der Universität«der gingen von ihrem Entwürfe nicht ab, und bei der Absicht, eine Anstalt zu grün-den,die allen in England strenge geschiedenen Glaubensparteien zugänglich sein sollte,glaubten sie den Unterricht in religiösen Lehrmeinungen mit der allgemeinen Lehran-stalt nicht verbinden zu dürfen und Andachtsübungen um so mehr dem hauslichenkreise überlassen zu müssen, da die überwiegende Mehrzahl der Zöglinge aus Seh-