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Zweiter Band (1833) F bis L
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Londoner Konferenz

anzubieten. Endlich ließen der englische und französische Mm-ster nochmals einenEntwurf zu einer vorlausigen Ubereinkunft dem haager Cabinette zustellen der dufreie Fahrt auf der Scheide, wie sie den 1. Nov. 1832 bestanden habe, bis zumAbschluß einer endlichen Ausgleichung vorschlug. Diesen Punkt fand aber dashaager Cabinet nur für Belgien vortheilhaft; es verwarf ihn daher durch die Notevom 25. Jan. und kam auf die auch von Belgien früher anerkannte Bestimmungzurück, welche das Conferenzprotvkoll vom 9. Jan. 1831 ausgesprochen hatte.Noch setzte jener Entwurf der beiden Machte fest, daß die Fahrt auf der Maasgleich für den Handel eröffnet werden solle, jedoch solle sie bis zum Feststellen einesReglements den Bestimmungen der Mainzer Übereinkunft vom 31. Marz 1831unterworfen sein. Übrigens wiederholte der Entwurf die schon früher aufgestelltenPunkte. Holland wies ihn also zurück, und rechtfertigte sein diplomatisches Ver-fahren gegen die Note der Bevollmächtigten von Großbritannien und Frankreichvom 14. Febr. 1833, durch eine Denkschrift vom 26. Febr. 1833.

Seitdem scheint vorzüglich das preußische Cabinet rheils mit dem haager, theilsmit dem französischen und englischen Ministerium unterhandelt zu haben. Die dreiHöfe misbilligten entschieden jede fernere Anwendung von Zwangsmitteln, sollenaber auch beidenlitigirenden Parteien" nachdrückliche Vorstellungen gemacht underklart haben, daß das allgemeine Interesse Europas die schnellste Lösung der streiti-gen Frage erwarte. Als niederländischer Minister in London trat im März 1833an van Auylen's Stelle Herr van Dedel. Dieser legte am 23. März den beidenMachten einen neuen Vertragsentwurf vor, den diese aber nicht annahmen. InFolge weiterer Erörterung versammelte sich am 1. April, wie das Toryblatt8tui!<Iurr!" berichtete, die Conferenz aufs Neue im auswärtigen Amte,wobei Bülow, Nessenberg, Matuszewicz und Palmerston zugegen waren; auchVan de Weyer und Dedel befanden sich im Foreign oüice. Am folgendenTage verließ der Graf Matuszewicz London, um Mittheilungen, wie man sagt,über die belgisch - holländische Sache nach Berlin und Petersburg zu überbrin-gen. Inwiefern nun die drei Höfe fernere Zwangsmaßregeln gegen Holland nichtzugeben wollen, scheint auch von Seiten des Königs der Niederlande eine größereNachgiebigkeit als bisher nicht gehofft werden zu können.

Das Werk der Conferenz gleicht dem Gewebe der Penelope. Jeder Theil,besonders Holland, erwartet einen Daus ex muclrma. Wenn man in der diplo-matischen Gewandtheit des haager Cabinets Winkelzüge und Hartnäckigkeit zufinden glaubt, so muß man doch auch zugestehen, daß die Conferenz, durch Talley-rand geleitet, ihre erste Erklärung, im Widerspruche mit ihrer von Holland ange-nommenen Versicherung, zu Gunsten Belgiens selbst umgestoßen, und daß Eng»land insbesondere die ehrenvolle und unabhängige, auf das bisherige Völkerrechtgestützte Stellung Hollands unbillig verkannt hat. So viel steht fest: Belgiensmaterielle Interessen sind mit Nordniederland zu sehr verwachsen, als daß nichtjede Scheidungsnorm entweder jenes Land oder dieses tief verletzen mußte. Frank-reich allein ist durch alle Windungen der diplomatischen-Dialekrik hindurch seinempolitischen Ziele näher gerückt; es ist mit England in eine engere Verbindung ge-treten, welche ebenso den Thron Ludwig Philipps befestigt, als sie FrankreichsGrenze in Belgien schützt. Der gordische Knoten der belgischen Frage selbst wirdsobald noch nicht gelöst werden; denn jede Krisis des europäischen Friedens, zuletztnoch die im Orient, hat bis jetzt dem König von Holland den Much und die Aus-dauer gegeben, ein minder nachtheiliges Verhältniß der Ablösung Belgiens vonNordniederland zu erharren. Das einzige Mittel aber, das alle Diplomaten alsdas einfachste erkannten, um den verwickeltes Proceß'zu endigen, die THeilungBelgiens, ist durch die Vermählung des Königs Leopold mit der Tochter desKönigs der Franzosen, aus dem Rath der Conferenz entfernt worden. (7)

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