Lohrmunn
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Postmeister war, geboren. Den ersten Schulunterricht erhielt er auf dem Gym-nasium zu Wetzlar und widmete sich dann der Rechtswissenschaft, indem er zuerstzu Wetzlar und zu Arnsberg juristische Vortrage von angesehenen Geschäftsmän-nern hörte und dann Marburg, Gießen und Güttingen besuchte. Sein erster schrift-stellerischer Versuch war„Die Theorie der culpa" (Gießen W06), der mit dem größ-ten Beifall aufgenommen wurde und ihm die Freundschaft seines Lehrers Grolmangewann, der ihn 1807 zum Mitherausgeber seines „Magazins für die Philoso-> phie des Rechts und der Gesetzgebung" annahm. Als der Großherzog von Frank-furt 1808 zu Wetzlar eine Rechtsschule gründete, wurde L. zum ordentlichen Pro-fessor des Rechts an derselben und zum Justizrathe ernannt und lehrte bis 1813juristische Encyklopädie, Pandekten und Geschichte und Alterthümer des römischenRechts. Im genannten Jahre erhielt er einen Ruf als odentlicher Professor derRechte an die Universität zu Gießen, welchem er folgte, und wo er in einem schönenWirkungskreise und als die erste Zierde der dortigen Juristenfacultät lebt. DieFortsetzung seiner „Theorie der culpa" erschien unter dem Titel: „Beiträge zurTheorie der culpa" (Gießen 1808), und darauf die erste und zweite „Über-sicht der das Privatrecht.betreffenden Constitutionen von Konstantin I. bis aufJustinian" (Gießen 1811 —13). Seit 1822 gibt er das von Gensler, Mittenmaier und Schweitzer begonnene „Archiv für die civilistische Praxis" mit Mitter-maier und Thibaut heraus. Diese und andere juristische Zeitschriften enthaltenschätzbare Arbeiten von ihm. Er erhielt 1818 den Titel eines geheimen Regie-rungsrathes, und 1830 den Titel eines Geheimraths. (5)
Lohr mann (Wilhelm Gotthelf), Oberinspector am königlichen mathema-tischen Salon, Jnspector bei der Kamcralvermessung und Vorsteher der techni-schen Bildungsanstalt in Dresden, wurde daselbst am 31. Jan. 1796 geboren,j Als Landmesser und Vermessungsconducteur 1815 angestellt, vollführte er dieAufnahme mehrer Domainen und verschiedener Land- und Wasserbauwerke, wurdeI 1823 Vermessungsinspector und führte insbesondere 1827 und 1828 die trigono-metrischen Arbeiten aus, die bei der ökonomischen Vermessung von 5 Meilenin den verschiedenen Kreisen Sachsens zum Behuf der Regulirung eines neuenGrundsteuersystems angeordnet waren. Er widmete einen Theil seiner Zeit astro-nomischen Beobachtungen und bereifte Deutschland, einen Theil von Frankreichund den Niederlanden, und erhielt gegen Ende des Jahres 1827 die Oberaufsichtüber den mathematischen Salon und das Vorsteheramt bei der neu begründetentechnischen Bildungsanstalt in Dresden, die besonders seiner Einsicht und Thätigkeitihr Gedeihen verdankt. Die bisherigen Früchte seiner astronomischen Studien sind:„Das Planetensystem der Sonne", mit drei großen Kupfertafeln (Dresden 1822);I „Topographie der sichtbaren Mondoberfläche" (erste Abthl., Dresden 1824, in 6 Ku-pfertafeln). Seine Zeichnungen über die Bahnen und die Größe der Planeten unsersSonnensystems zeichnen sich durch ungemeine Genauigkeit aus, und seine „Topo-graphie der Mondfläche" ist durchgehends aus eigne Beobachtungen und Messun-gen gegründet. Er gibt eine selen»graphisch richtig entworfene Karte, welche dieMondberge nach Lehmann's Aeichnungstheorie und die Mondfarbe nach einer be-sondern Schwärzenscala treu darstellt. Das Werk ist der Beendigung nahe, undsowol an den einzelnen Sectivnskarten, deren 25 die Mondscheibe anfüllen, alsan der großen Übersichtskarte wird ourch tüchtige Künstler gearbeitet. Zur KundeSachsens hat L. durch seine Vermessungsarbeiten, durch seine Höhenbestimmun-gen und durch seine unter Mitwirkung von mehren Freunden der Naturkundeausgeführten „Meteorologischen Beobachtungen", die er seil 1828 (Dresden,5 Jahrgänge) herausgibt, schätzbare Beiträge geliefert. Die von ihm benutztenmeteorologischen Instrumente, namentlich Hebebarometer und Thermometer, sindnach seinen Untersuchungen gebaut und ganz vorzüglich. Au den „Mittheilungen