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das Blatt lieferte, scheint sich L. seinen berühmten Landsmann Schubart zum Vor-bilde genommen zu haben. Um nicht auch das Schicksal dieses Mannes, der siinepolitische Offenherzigkeit Jahre lang im Kerker büßen mußte, zu theilen, flüchtete L.,dem, wegen Herausgabe eines Censurlückenbandes zum „Hochwächter", ein Cri-minalproceß drohte, über die Grenze und lebt seit dem Sepr. 1832 in Frank-reich. (43)
Lohmann (Emilie Friederike Sophie), geboren zu Schönebeck beiMagdeburg, war die Tochter der als Schriftstellerin bekannten Friederike?,,welche von ihrem Vater, dem Professor Ritter zu Wittenberg, wo sie 1749 geborenward, eine sorgfaltige Erziehung und Unterricht in manchen Kenntnissen erhaltenhatte, die man damals noch weniger als jetzt in den Kreis der weiblichen Bildungaufnahm. Nach dem Tode ihres Gatten wurde Friederike L., die schon früher mitschriftstellerischen Arbeiten sich beschäftigt hatte, ohne vor dem Publicum aufzutre-ten, durch eine sorgenvolle Lage genöthigt, ihre Talente zu nützen, um sich dieMittel zu einer bessern Erziehung ihrer Kinder zu verschaffen. Außer einem Schau-spiel nach Veit Weber, das sie 1791 ohne ihren Namen erscheinen ließ, und meh-ren Gedichten, schrieb sie Romane, unter welchen besonders „Clara von Wallburg"(2 Bde., Leipzig 1796) und „Claudine Lahn" (2 Bde., Leipzig 1802 — 3) mit ^Beifall aufgenommen wurden. Sie zog 1806 mit ihren zwei Töchtern nach Leip-zig, wo sie 1811 starb. Als ihre zunehmende Kränklichkeit sie abhielt, ihre letzte ""nSchrift: „Herbstblumen meines Geistes" (Magdeburg 1810) zu vollenden, ermun-terte sie ihre Tochter Emilie, das Fehlende zu ergänzen. So entstand der erste Ver-such der Tochter, die Erzählung „Stephanie" in jener Sammlung. Emilie schriebdarauf „Geschichte zweier Frauen aus dem Hause Blankenau" (Magdeburg 1810),die der Titel gleichfalls als eine Arbeit ihrer Mutter ankündigte. Nach dem Todeihrer Mutter nahm sich ihr Verwandter, der Oberhofgerichtsrath Erhard, der bei-den verwaisten Schwestern väterlich an, die bis zu seinem Tode (1813) in seinemHause wohnten. Eine schmerzliche Prüfung, welche Emilie in der Blütezeit ihresjungfräulichen Lebens bestand, hatte den ersten Grund zu einer Kränklichkeit gelegt,die sie seitdem durch das ganze Leben begleitete. Sie lebte mit ihrer jüngern Schwe-ster unzertrennlich vereint in Leipzig, und während sie in ihrem glücklichen Talenteein Hülfsmittel fand, ihre sehr beschränkte Lage zu erleichtern, suchte sie das Ge-heimnis ihrer schriftstellerischen Thätigkeit in bescheidener Zurückgezogenheit auchdadurch lange zu bewahren, daß sie ihre Erzählungen unter dem Namen FriederikeL. als einen Nachlaß ihrer Mutter bekannt machte. Zu den einzeln erschienenengehören: „Erzählungen" (2 Bde., Magdeburg 1818 — 20) und „Neue Erzäh-lungen" (Magdeburg 1822). Spater theilte sie meist in Zeitschriften und Taschen- IM,büchern ihre Arbeiten mit, welche sie unter dem Titel: „Neueste gesammelte Er- ^zählungen" (12 Bde., Leipzig 1828 — 31) wieder herauszugeben ansing. Sie ^erlebte jedoch nicht den Schluß dieser Sammlung, da sie nach langen schweren Lei-den am 16. Sept. 1830 starb. Nach ihrem Tode wurden jener Sammlung nochvier Bande unter dem Nebentitel: „Letzte Erzählungen" (1832) hinzugefügt. Sieverleugnet in ihren Darstellungen nie die sittliche Würde, weiß vorzüglich weiblicheCharaktere mit feinem und richtigem Sinn aufzufassen und mit sicherer Hand aus-zuführen. Unter ihren Erzählungen finden sich mehre anmuthige Genrebilder undbesonders unter den Leistungen ihrer letzten Lebensjahre einige, die ihr einen aus-gezeichneten Platz unter den deutschen Schriftstellerinnen sichern. Ihre liebenswür-dige Persönlichkeit tritt uns in der biographischen Skizze entgegen, die FriedrichKind bald nach ihrem Tode in der „Zeitung für die elegante Welt" mittheilte undin dem letzten Bande der angeführten Sammlung wieder abdrucken ließ.
Löhr (Egidius Valerius Felix Johann Nepomuk von), einer der gelehrte-sten Juristen unserer Zeit, ward am 17. Marz 1784 zu Wetzlar, wo sein Vater