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Zweiter Band (1833) F bis L
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Lock

Lohbauer

und Bildern, nicht an tiefen Blicken in das Seelenleben fehlt, geht ihnen doch zu-meist der feste Boden, die lebendig-bestimmte Gestaltung in Situationen und Cha-rakteren und die das Einzelne zum schönen, übersichtlichen Ganzen verbindendeArchitektonik ab; in der Ausführung des Einzelnen weiß er nicht immer Maß zuhalten; UnWahrscheinlichkeiten sind nicht selten, und nur zu gern schweift er in dasGestaltlose und Märchenhafte hinüber. Seine Darstellung ist immer edel, blü-hend, bildlich, oft bis zum Übermaße, zuweilen hinreißend durch den Zauber eineranmuthigen, farbenreichen Sprache. Wir wiederholen hier am Schlüsse den vonWilhelm Müller bereits ausgesprochenen Wunsch, daß sich ein dem Verstorbenenverwandter Geist finden möge, der das Tresslichste insbesondere aus seinen lyrischenGedichten zu einem Kranze vereinige und so zur Fortdauer seines Namens undseiner schönsten Geistesblüten unter uns mitwirkt. (51)

Lock (Franz Georg), Dechant des Domstifts zu Bauzen, Bischof von Antige-ne, ward am 4. Ott. 1751 zu Wittichenau in dem jetzigen preußischen Anrheile derLausitz geboren, wo sein Vater als Bürger lebte, und erhielt nach dem ersten, inseiner Heimath genossenen Schulunterrichte seine wissenschaftliche Bildung inPrag. Sein Landsmann, Stuck von Lichtenhof, damaliger Dechant des Dom-stift-s, rief ihn 1776 zu sich und stellte ihn als Supemumerar an dem Stifte an,bis er 1784 Katechet an der Domkirche, 1796 Festtagsprediger und 1796 Sonn-tagsprediger ward. Noch in demselben Jahre ward er Kanonikus, bald nachherDechant und erhielt endlich 1801 den bischöflichen Titel. Im Spatsommer 1851übersiel den sonst sb rüstigen und muntern Greis eine Schwache, die am 7. Sept.sein Leben endigte. L. kam zu einer Zeit in die Lausitz, wo das Volksschulwesennoch auf einer sehr tiefen Stufe stand, und es war seine erste Sorge, der Erhebungdesselben seine Kräfte zu widmen. Es lag nicht an seinem guten, nach dem Höhernstrebenden Willen, sondern an den Zeitumständen, wenn seine Bemühungen nichtimmer Erfolg hatten. Ein Gebetbuch für die katholische Jugend, das er schon4791 bekannt machte, bezeugt seine aufgeklärten Ansichten. Er war ein freisinni-ger Religionslehrer, ein echter Patriot in Wort und That, seinem Glauben treuergeben, aber weit entfernt von den Grundsätzen der Ultramontanen, und daher denFrömmlern und Fanatikern nicht angenehm. Proselytenmacherei war ihm ver-haßt, und man hat Beispiele, daß er sich selbst im Kreise von Glaubensverwandtenmit emster, oft lebhafter Misbilligung gegen Abgefallene, die zur katholischenKirche übergetreten waren, erklärt hat; kein Beispiel aber, daß er zum Übertritteverleitet hätte, vielmehr hat er manchen Schwankenden zurückgehalten. Diese Ge-sinnungen und das umsichtige Benehmen des Bischofs haben viel dazu beigetra-gen, die musterhafte Verträglichkeit zu befestigen, die seit langer Zeit zwischen denProtestanten und Katholiken in der Oberlausitz und besonders in Bauzen herrscht,wo beide Glaubensparteien nicht nur schon lange eine gemeinschaftliche Kirche, son-dern jetzt sogar ein gemeinschaftliches Schullehrerseminar haben. In der langenZeit seiner Amtsführung ist nicht ein Fall vorgekommen, wo zwischen ihm undden Mitgliedern des Stifts oder der protestantischen Glaubenspartei eine Rei-bung stattgefunden hätte; und wie er friedlich und duldsam in diesen Ver-hältnissen war, zeigte er sich gegen die Pflichtigen Einwohner der reichen Be-sitzungen des Domstifts, die über 10,000 Seelen betragen, stets gerecht undwohlwollend.

Lohbauer (Rudolf), ehemaliger Redacteur des würtembergischen Tag-blattes:Der Hochwächter", wurde am 14. April 1802 zu Stuttgart geboren.Nach dem Tode seines Vaters, des auch als Dichter bekannten Karl von L., der1809 als würtembergischer Hauptmann im Gefechte mit den vorarlbergischen In-surgenten fiel, wurde der Knabe von seinem liebevollen Großvater, dem durch seineanziehende Selbstbiographie:Der Tannenbauer" gekannten Sccretair L. sorgfäl-

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