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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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917
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Löben

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die Zukunft traf ihn 1822 ein schlagartiger Zufall. Lange und schmerzliche Leidenwaren die nächste Folge. Er ertrug sie mit der ihm eignen frommen Erhebung undentschloß sich endlich, da die gewöhnlichen arztlichen Mittel seinem zerrütteten Kör-per keine Hülfe brachten, sich der magnetischen Behandlung seines ihm seit langetheuern Justinus Kerner zu Weinsberg anzuvertrauen; allein auch dieser letzte Ver-such zu seiner Wiederherstellung blieb ohne Erfolg. Er kehrte kränker nach Dres-den zurück, als er gegangen war, und starb bald darauf den 3. April 1825. DieArbeiten seiner letzten Jahre waren hauptsächlich folgende:Die Hesperiden, Blü-ten und Früchte aus derHeimath der Poesie und des Gemüths", eigne und fremdeDichtungen (erster Bd., Leipzig 1816);Der Schwan, Poesien aus dichteri-scher Jugend" (Leipzig 1816);Lotosblatter, Fragmente" (2 Bde., Bamberg1817);Rosengarten, Dichtungen" (2 Bde., Leipzig 1818);Ritterehr' undMinnedienst, alte romantische Geschichten" (Berlin 1819);Die Jrrsale Klotar'sund der Gräfin Sigismunde, eine romantische Geschichte" (Altenburg 1821);Erzählungen" (2 Bde., Dresden 1822);Der Pilger und die Pfalzgräfin, einRitterlied" (Heidelberg 1825). Außer ihnen aber sind viele andere Erzählungenund Gedichte in Sammlungen, Almanachen und Zeitblättern, namentlich inKerner'sPoetischem Almanach für 1812"; Hornthal'sDeutschen Frühlings-kränzen"; Förfter'sSängerfahrt"; dem TaschenbuchUrania"; Kind'sHarfe",und anderwärts zerstreut. L. vereinigte in sich Eigenschaften, die ihn zu einerhöchst liebenswürdigen Erscheinung machten. Auch wer ihm in Ansichten und-Neigungen fern stand, mußte bei näherer Bekanntschaft in ihm den wohlwollendmilden, treuherzig kindlichen, wahrhaft edeln und frommen Menschen lieben.Dichten und Schreiben war ihm ein zur Gewohnheit gewordenes liebes Geschäft,ein Bedürfniß wie Luft und Nahrung, und der Beifall Derer, denen er ein Urtheilzutraute, sein willkommenster Lohn. Ohne eitel zu sein, war er gegen Lob undTadel nicht unempfindlich, und es konnte ihn tief betrüben, wenn, was er sang,in Anderer Brust keinen Anklang fand; innig aber freute er sich des Schönen inden Werken Anderer, selbst Solcher, von denen er wußte, daß sie, durch Ansichtenvon ihm getrennt ihm minder wohlwollten. Was seine poetischen Bestrebungenanlangt, so ist der Dichter, die auf ihn in dieser Hinsicht besonders einwirkten, obenschon gedacht worden; auch Spanier und Italiener mögen ihren Theil daran ha-ben, gewiß aber war in seiner Natur Vieles, was ihnen entgegenkam. Früh schonhatte er sich in das romantische Mittelalter hineingelebt und schien auch später nochzuweilen im Ernste zu glauben, es könne dasselbe mit seiner Ritterlichkeit, seinemAdelssinne, seinem Minnedienste und seinem Phantasieleben wieder auftauchen,und nicht ganz fremd war ihm die Idee einer vorzugsweise adeligen Poesie, alsderen Vertreter er in der That auch eine Zeitlang Fouque ansah. Das lyrischeElement war in ihm das vorherrschende. In seinen Liedern, unter denen sich Vie-les der echtesten Art vorfindet, ist er immer innig und sinnvoll, zuweilen tief, undweiß durch den Reiz einer schönen, klang- und bilderreichen Sprache zu erfreuen,die nur zuweilen, und auch dies mehr in den Arbeiten aus seiner frühern Zeit, durchkleine Unbeholfenheiten und gesucht scheinende Alterthümlichkeiten stört. DieNatur hat für ihn Leben und Sprache, und er versteht es oft, sie in ihren geheim-sten Worten zu belauschen. Trefflich sind seine Herbstlieder, wie überhaupt dieseJahreszeit, deren Zauber und Bedeutung ihm, wie Wenigen, aufgegangen war,seinem zum Ernste sich hinneigenden Gemüthe vorzugsweise zusagte. Dennoch ge-lingt ihm oft auch das muthwillig Tändelnde; nur der Humor in seiner höhernBedeutung war ihm fremd, daher es ihm auch nie ganz gelang, in das Verständ-niß Shakspeare's einzudringen. Minderes leistete er in der Erzählung. Er faßtedie Stoffe mehr balladenartig und subjectiv auf, und ungeachtet es in seinen Ro-manen und Novellen nicht an erfreulichen Einzelheiten in Anschauungen, Scenen