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huter Brücke vorrücken ließ und in die Stadt drang. Diese alsbald von einem be-deutenden Truppencorps unterstützte Bewegung trennte den General Hiller vonden übrigen östreichischen Truppen und verschaffte den Franzosen 9000 Gefan-gene und die Magazine ihrer Gegner. Am 2 t. Mai drangen die von Mouton be-fehligten Füsiliere der kaiserlichen Garde zuerst ins Dorf Eßlingen ein. Der Kaisergab ihm den Titel Graf von Lob au wegen der auf der gleichnamigen Donau-insel geleisteten Dienste. Er ging 1812 mit dem Heers nach Rußland und beglei-tete den Kaiser, welcher, nach Paris abreisend, dem König von Neapel das Commandoüberließ. Im folgenden Jahre kämpfte er in Sachsen, blieb nach der leipziger.Schlacht in Dresden zurück, wo er unter dem Marschall Gouvion Saint-Cyrstand, wurde mit diesem gefangen und nach Ungarn geschickt, von wo er erst nach Ab-dankung des Kaisers in Paris ankam. Die Restauration ließ ihn ohne Beschäfti-gung. Der zurückkehrende Kaiser gab ihm das Commando der ersten Militairab-theilung und die Pairswürde und stellte ihn dann an die Spitze des sechsten Corps,welches in der Schlacht bei Waterloo zum rechten Flügel gehörte. L. bekam denAuftrag, Bülow zurückzuhalten, und hatte glorreich den überlegenen Gegnern ge-trotzt, als er von den Preußen im Augenblicke, wo er die Trümmer des Heers zu-sammenraffte, überrascht wurde; man machte ihn zum Gefangenen und führteihn nach England. Bei der zweiten Restauration auf die Proscriptionsliste gesetzt,nahm er seinen Aufenthalt in Belgien und durfte endlich, ohne übrigens beschäf-tigt zu werden, gegen Ende des Jahres 1818 in sein Vaterland zurückkehren. DieWahlmänner seines Departements schickten ihn im April 1828 in die Deputirtcn-kammer. Er sprach mehrmals bei Gelegenheit des Kriegsbudgets, schlug Verbesse-rungen in der Militaüjustiz vor und gehörte zu den 221. Wahrend der Julius-tage in Paris anwesend, nahm er keinen Antheil an dem Kampfe. Am 29. um2 Uhr, nachdem das Louvre, das Palais royal und die Tuilcrien in die Händedes Volkes gefallen waren, ernannte man ihn zum Mitgliede der Municipal-commisston. Er schloß sich fest an die neue Regierung an und stimmte in derKammer, wo er Mitglied mehrer Commissionen war, aber die Rednerbühne fastnie bestieg, mit allen Ministerien. Als Lafayette seine Befehlshaberstelle nieder-gelegt hatte, erhielt L. das Commando der pariser Nationalgarde und einen Jahr-gehalt von 50,000 Francs, der ihm später von den Kammern nach heftigen Debat-ten bewilligt wurde, wiewol Lafayette seine Stelle unentgeltlich bekleidet hatte.Als sich das Volk im Mai 1832 an der Vendomesäule zusammengefunden hatte,um den Sterbetag des Kaisers zu feiern und die Säule mit Blumenkränzen zuumwinden, befahl die Regierung das versammelte Volk auseinanderzutreiben, und L.benutzte dazu nach dem Beispiel der Restauration Feuerspritzen. Diese That warddurch Caricatmen, aber auch durch die Verordnung, welche ihn zum Marschall er-nannte, im Andenken erhalten. (15)
Lobeck (ChristianAugust), Professor der alten Literatur an der Univer-sität Königsberg. Geboren am 5. Jun. 1781 zu Naumburg, ward er auf derStadtschule daselbst gebildet und widmete sich darauf in Leipzig und Wittenbergden Studien der Philologie und Theologie. Da er sich in der erstem sehr bald aus-zeichnete, ward er 1807 Conrector und 1809 Rector am Lyceum zu Wittenberg,und 1811 auch Professor der alten Literatur. Bei dieser Gelegenheit schrieb er dievon ebenso viel Belesenheit als Scharssinn zeugenden zwei Abhandlungen: „Demorte Dacciü". Die Kriegsunruhen der folgenden Zeit ließen ihn gern den Rufnach Königsberg, wo damals Erfurdt gestorben war, annehmen, und er hat seit1814 mit außerordentlichem Nutzen an dieser Universität gewirkt, der ihn auch eineehrenvolle Aussicht, seinem Vaterlande wiedergegeben zu werden, nicht untreu ma-chen konnte. Hier ließ er 1820 seine Ausgabe des Phrynichus erscheinen, viel-leicht das gelehrteste Werk, welches die klassische Philologie des 19. Jahrhundertsaufzuweisen hat. Eine gewaltige Masse von Sprachkenntnissen ist in diesem Buche