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endlich zwar wol Vater, Sohn und Geist in der Bibel genannt als die Urheberaller Wohlthaten, der geistlichen und leiblichen, aber sie findet nicht die spekulativeTheorie der Kirche über die drei Personen in dem einigen göttlichen Wesen, in wel-chem sie nichts erkennt, als einen künstlichen Erklärungsversuch der einfachen bi-blischen Lehre. Die Foderung der Zeit an eine Agende ist daher klar. Sie ist: dieAusdrücke und Lehren der Schrift in ihrer Einfachheit beizubehalten, ohne kirch-liche Erklärungen hinzuzusetzen. Denn so wenig die Liturgie rationalistisch zu ge-stalten ist, so wenig darf sie auch den veralteten Supernaturalismus einer frühernZeit darstellen, und Augustin's Theorie von der Erbsünde, der Verdammniß allerMenschen und ihrem gänzlichen Verderben darf ebenso wenig als Anlelm's Theorievon der Genugthuung durch den Gottmenschen Christus das dogmatische Elementeiner Liturgie jetziger Zeit sein, denn dieses ist überbiblisch. Die Grundsätze derevangelischen Kirche fodern aber bloß das Biblische, ohne die gelehrten TheorienAugustin's, Anselm's, Luther's und Calvin s. Die neue preußische Agende aber,indem sie ganz zu dem Grundton der Liturgie des 16. Jahrhunderts zurückging,ist eben durch diesen überdiblischen Charakter, und weil in ihr die Erklärungen derdamaligen Theologie von der einfachen Bibellehre überall hervortreten, für unsereZeit unbrauchbar, und dies um so mehr, da fast in allen Gebeten und Formelndie Dogmen von der Erbsünde, dem Unvermögen, der Genugthuung und Recht-fertigung die herrschenden sind, und dadurch in die ganze Liturgie eine ermüdendeEintönigkeit bringen. (8L)
Lobau (Georges Mouton, Graf von), Marschall von Frankreich, Ober-befehlshaber der pariser Nationalgarde. Am LI. Febr. 1776 zu Pfalsburg (De-partement Meurthe) geboren, nahm er als Freiwilliger an den Feldzügen der Re-publik Theil, zog 1798 mit nach Italien, befehligte eine Zeitlang in der Engels-burg und war in der Schlacht bei Novi Adjutant des Generals Joubert. Er ge-hörte als Oberst zu einem der Regimenter, die nach dem Gebirge bei Genua zurück-geworfen wurden und sich dort in ihrem Elende zum Theil großen Ercessen über-ließen. Mouton wußte unter den ihm anvertrauten Truppen die beste Manns-zuchl zu erhalten. In Genua eingeschlossen, nachdem er an allen der Blo-ckade dieser Stadt vorhergegangenen Kämpfen Theil genommen, zeichnete ersich auch während der Belagerung sehr aus; bei dem Angriffe gegen das FortQuezzi drang ihm eine Kugel durch den Leib und den rechten Arm. Für tob! aufdem Schlachtfeldegelassen, dankte er einem Freunde seine Rettung. Als er nachFrankreich zurückgelangt war, erhob ihn Napoleon im Lager bei Boulogne zumBrigadegeneral und zu seinem Adjutanten. Er folgte dem Kaiser auf allenFeldzügen, ward bei Friedland verwundet und 1867 zum Divis,önsgeneral er-nannt. Er commandirte 1868 im Heer des Marschalls Bessieres eine Infanterie-division, welche imJul. unter dem Feuer der Mönche und Bücgervou Medina del RioSecco in diese Stadt eindrang. Darauf kam er zu dem von Soult befehligtenZweiten Corps und war vorwärts gedrungen, um den Feind bei Burgos'zu beobach-ten, als er, zu Germonal angelangt, von dem Feuer von 36 Kanonen in Em-pfang genommen wurde. Im Sturmschritte vorschrcitend, warf er die walloni-schen und spanischen Garden und trug dadurch zur Einnahme von Burgos undder Niederlage des Estremaduraheers bei, welches unterwegs seinen General, denGrasen von Torres, niedergemetzelt hatte und über 6666 Mann verlor. GeneralMouton verließ Spanien, um sich der großen Armee anzuschließen. Am LI. April1K69, am Tage vor dem Siege bei Eckmühl, führte er eine Bewegung aus,welche Erstaunen erregte. Der östreichische General Hiller, der sich mit dem Erzher-Karl verbinden wollte, hatte sich nach Landsyut geworfen, und der Herzog von^stria seine Reiterei zum Weichen gebracht, als Mouton in demselben Augenblickdie Grenadiere des 17. Linienregiments im Sturmschritt auf die brennende lands-Conv.-tzrx. der neuesten Zeit und Literatur. II- 58