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Zweiter Band (1833) F bis L
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Littrow

Eisenbahnen bekannt gemacht, und in dieser Beziehung die Nothwendigkeit einerRevision der französischen Expropriationsgesetze, welche auch in der Session von.1833 zu Stande kam, zuerst zur Sprache gebracht haben. L. ist auch der Urhebereines Plans zu einer bairisch - hanseatischen Eisenbahn (s. dessen „Mittheilungenaus Nordamerika", erstes Heft, und „Nachtrag" dazu, Hamburg 1829), mittelswelcher der Süden von Deutschland mit der Nord- und Ostsee in Verbindunogesetzt werden soll, und für deren Ausführung neuerlich in Kassel sich ein Vereingebildet hat. Er selbst soll in Nordamerika ein sehr bedeutendes Unternehmen dieserArt zu seinem eignen Vortheil und mit Glück ausgeführt haben.

Littrow (Joseph Johann), geboren am 13. Mar; 1781 in der StadtBischofteinitz in Böhmen, wo fein Vater als Kaufmann lebt. Seine Vorälternstammen aus Liefland, das sie zu Ende des 17. Jahrhunderts nach einem Brand-unglücke verließen, um zu ihren Verwandten nach Böhmen zu ziehen. Die erste Er-ziehung genoß L. in der Stadtschule seines Geburtsortes, bis er 1793 aus die la-teinischen Schul«! zu Prag kam und 1798 die dortige Universität bezog. Nach-dem er der Reihe nach in allen sogenannten Facultätsstudien, der Rechtsgelehrsam-keit, der Arzneikunde und selbst der Theologie, sich versucht hatte, ging er als Er-zieher der jungen Grafen Renard, aus dem berühmten Geschlechte der Eolonna,auf ihre Güter in dem östreichischen und preußischen Schlesien, wo er in der Ein-samkeit des Landlebens ganz der schönen Literatur und in den spätem Jahren derMathematik und Astronomie lebte, mit welchen beiden Wissenschaften er sich ohnefremde Anleitung, bloß durch Bücher bekannt zu machen suchte. Er wurde 1807zum Professor der Astronomie an der Universität zu Krakau ernannt. Die Erwar-tung einer glücklichen Zukunft wurde 1809 durch das Einrücken des französisch-polnischen Heers vernichtet. Die Universität wurde aufgelöst, und L. ging, demRufe des damaligen Ministers der Aufklarung, Grafen Rasumowski, folgend, alsProfessor der Astronomie an die Universität Kasan. Nach sieben dort glückiich ver-lebten Jahren wurde er von dem Palatin von Ungarn an die eben vollendete Stern-warte auf dem Blocksberg in Ofen berufen, wo er im Jul. 1816 ankam, aber inseinen Erwartungen getäuscht wurde. Nachdem er drei Jahre in den widrigstenVerhältnissen gelebt hatte, wurde er im Jun. 1819 zum Director der Sternwarteund Professor der Astronomie an der Universität zu Wien ernannt. Hier entwickeltesich in den günstigsten Verhältnissen schnell seine wissenschaftliche Thätigkeit inzahlreichen und allgemein geschätzten Schriften, und er wirkre durch seine beliebtenVorträge, welchen selbst junge Astronomen aus Würtemberg, Baiern, Preußen,der Schweiz zueilten, unterstützt durch eine neue Sternwarte, die ganz den gegen-wartigen Bedürfnissen der Wissenschaft angemessen ist, und in Beziehung auf ihreInstrumente und auf ihre innere Thätigkeit mit den vorzüglichsten Sternwarten Eu-ropas wetteifert. Er schlug mehre glänzende Anerdietungen des Auslandes aus undlebt hier zufrieden seiner Wissenschaft in der Mitte seiner Familie. SeinenEmpfchlun-gen und seiner eifrigen Unterstützung des verborgenen Talents dankt schon mancherwürdige Mann das Glück seines Lebens. Von seinen Schriften erwarben ihm be-sonders seine populairen Vorträge über die interessantesten Gegenstände der Stern-kunde auch außer der eigentlich astronomischen Welt ungetheilten Beifall, die er inder „Wiener Zeitschrift für Kunst und Literatur" mittheilte. Zahlreiche Aufsätzestreng wissenschaftlichen Inhalts sind zerstreut in den Acten der Petersburger Aka-demie, in den Memoiren der königlich astronomischen Gesellschaft zu London, inBode's „Berliner Jahrbuche", in Lindenau's „Zeitschrift für Astronomie". Vonseinen größern Werken, die sämmtlich in Wien erschienen, erwähnen wir: „Theo-retische und praktische Astronomie"(3 Bde., 1821—27); „Über Höhenmessun-gen durch Barometer" (1821); „Analytische Geometrie" (1823); „PopulaireAstronomie" (2 Bde., 1825); „Elemente der Algebra und Geometrie" (1827);

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