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List
rend wirkt; doch sinkt er oft unter die historische Würde und erhebt sich fast nie zukräftiger Lebendigkeit. Sein Werk hat im Ausland fast mehr Aufsehen erregt alsin England, wozu besonders auch die Bemühungen der Ultramontanen beigetragenhaben. Die französische Übersetzung desselben wurde bei dem Unterrichte in den hö-hern Lehranstalten benutzt. Eine von dem Freiherrn von Salis begonnene, vonBerly fortgesetzte Verdeutschung erschien zu Frankfurt a. M. (14 Bde., 1828— 33). Nach der Vollendung seines Werkes besuchte L. das Festland und hieltsich einige Zeit in Rom auf, wo er große Auszeichnung genoß. Als er 1832 nachEngland zurückgekehrt war, verbreitete sich die falsche Nachricht von seinem Tode.
List (Friedrich), geboren 1780 zu Reutlingen, war als Lehrer der Staats-wissenschaften zu Tübingen bis 1818 angestellt, wo er sein Amt niederlegte. Erwurde zu derselben Zeit von einigen deutschen Kaufleuten über den Entwurf einerEingabe an den deutschen Bundestag, in Betreff des neuen preußischen Zolltarifs, zuRathe gezogen, und machte den Vorschlag, einen ganz Deutschland umfassenden Ver-ein der angesehensten deutschen Kaufleute und Fabrikanten zu stiften, der zum Zweckhatte, völlige Freiheit des Verkehrs im Innern Deutschlands und ein kraftigesSchutzsystem gegen das Ausland zu bewirken. Dieser Vorschlag fand allgemeinenBeifall bei den auf der Messe zu Frankfurt am Main anwesenden Kaufleuten undFabrikanten. Nach wenigen Tagen trat der Verein ins Leben und L., zum Con-sulenten desselben ernannt, überreichte eine von demselben beschlossene Adresse anden Bundestag, deren volksthümliche Tendenz und kraftige Fassung die Aufmerk-samkeit des ganzen deutschen Publicums, sowie aller Regierungen auf diesen Ge-genstand lenkte. Schnell verbreitete sich der Verein über ganz Deutschland, undum die Regierungen für seine Zwecke zu gewinnen, schickte er Deputationen analle deutsche Höfe und spater 1820 an den Ministercongreß zu Wien, welche L.,in seiner Eigenschaft als Consulent, begleitete. In Wien wurde der Abschluß einesPräliminarvertrags zwischen verschiedenen deutschen Staaten des zweiten und drit-ten Ranges bewirkt, mittels dessen dieselben übereinkamen, auf einem in Darm-stadt zu haltenden Handelscongreß die Mittel zu einer deutschen Handelsvereini-gung in Berathung zu ziehen. Hier wurde der Grund zu allen nachfolgenden Han-delstractaten zwischen den verschiedenen deutschen Regierungen gelegt. (Vergl.DeutscheZoll- und Handelsvereine.) Wahrend der Verhandlungen inDarmstadt ward L., der sich früher schon durch seine Opposition gegen die soge-nannte altrechtlerische Partei und durch seine Anhänglichkeit an das System des-Herrn von Wangenheim ausgezeichnet hatte, von seiner Vaterstadt Reutlingenzum Abgeordneten bei der würtembergischen Ständeversammlung erwählt. DaL. glaubte, daß die entworfene Verfassung nur die Grundbedingungen der constitu-tionnellen Freiheit enthalte, und daß, um dieselbe ins Leben einzuführen, eine ent-sprechende Reform sämmtlicher Institutionen der Justiz, der Finanzen und derAdministration unumgänglich nöthig sei, so glaubte er einen von seinen Commit-tenten erhaltenen Auftrag zu Entwerfung einer Petition über den allgemeinen Zu-stand des Landes, dazu benutzen zu müssen, einen seinen Zweck entsprechenden Re-formplan aufzustellen, welcher besonders auch dazu dienen sollte, der durch eineMenge unbedeutender Motionen zersplitterten Thätigkeit der Kammer eine be-stimmte Richtung zu geben. Diesen Entwurf wollte L. lithographiren lassen.Während aber derselbe sich noch unter der Presse befand, ward er von einem Poli-zeiagenten ausgespürt, dem geheimen Rath überbracht und von diesem dazu be-nutzt, L. in den Anklagestand zu versetzen und auf den Grund dieser AnklaggffeineAusschließung aus der Ständeversammlung eu verlangen. Dieses die Freiheit unddie Privilegien der Kammer gefährdende Begehren fand bedeutenden Widerspruchund namentlich trug die niedergesetzte Eommission durch Uhland, als Berichterstatter,mit Nachdruck darauf an, dasselbe zurückzuweisen; es gelang jedoch der Regie?
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