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Lindner
chen der später in Hamburg ansässige vr. Veit und Ludwig Wieland, der Sohndes Dichters, besonders zu nennen sind. Nicht geneigt, nach Kurland zurückzukeh-ren, ergriff er nach vollendeten Studien die ihm dargebotene Gelegenheit, sich in derWelt weiter umzusehen, und lebte eine geraume Zeit in Wien, wo er die Arznei-kunst ausübte, von der er jedoch in der Folge sich mehr und mehr abgezogen suhltebis er sie gänzlich aufgab. Nach mancherlei Wechsel von Verhältnissen, die seinenSinn leicht anzogen, aber selten befriedigten, und worin bald literarische Thätig-keiten, bald politische Richtungen ihn beschäftigten, zog er sich wieder nach Jena undWeimar, wo er unter Anderm sein „Gemälde der europäischen Türkei" (Weimar1813), ein gründliches Werk, soweit die damaligen Quellen zureichten, herausgab-Als ein unabhängiger Mann hatte er in politischen Dingen immer seine Meinungund Neigung da angeknüpft, wo ihm die gute Sache vorzugsweise erscheinen wollte,und so war er aus einem leidenschaftlichen Anhänger der Franzofen ein ebenso hef-tiger Widersacher ihrer Oberherrschaft geworden. Gleichwol nahm er in dem Maß,als Napoleon unglücklich wurde, wieder Theil an diesem, und konnte deshalb inseinen Gesinnungen, die ganz der deutschen Sache angehörten, von Manchen ver-kannt werden. Er suchte daher auch keineswegs der siegenden Seite sich anzuschlie-ßen und in ihr, so leicht ihm dies gewesen wäre, ein sogenanntes Glück zu machen,sondern setzte, durch eine Heirath hauslich beglückt, ein ruhiges Privatleben fort.Unerwartet führte 1817 der Zufall ihm eines der geheimen Bulletins zu Gesicht,in denen Kotzebue feine Ansichten und Nachrichten von der deutschen Literatur demrussischen Ministerium aufzudringen suchte. Er sah mit Empörung die redlichstenMänner verleumdet, ihre Äußerungen böslich entstellt, und im Gefühle des gerech-ten Unwillens that er, was allerdings ein Misbrauch und gewiß nicht Klugheit war,er nahm Abschrift von dem Bulletin und theilte es Freunden mit, die es zum Druckbeförderten. Das Aufsehen war allgemein, Kotzebue schrie über Verrath der Re-gierungsgeheimnisse, und obwol L. jedem Angrisse muthig Rede stand, und auchstrengere Casuisten seine Handlung gar nicht so tadelnswerth, in jedem Fall aberzu entschuldigen und seine Motive löblich fanden, so hatte er doch so viel Verdrußund Verunglimpfung zu leiden, daß er seinen bisherigen Aufenthalt verließ undnach dem Elsaß reiste, wo sein hochbetagter Oheim seit langen Jahren lebte undihn liebevoll aufnahm. Sein Name und feine Talente waren durch diese Geschichtenur um so bekannter geworden, und es knüpften sich ihm desto leichter neue vor-theilhafre Verbindungen im südlichen Deutschland an, wo durch mancherlei Um-stände das politische Interesse gerade höchst ausgeregt war. Eine Reise zum Con-gresse nach Aachen scheint mit jenen Umständen in Verbindung gewesen zu sein.Seinen dauernden Aufenthalt aber nahm er darauf in Stuttgart, wo er mir Evitaeine neue Zeitschrift: „Die Tribüne", unternahm, welche zur Beilegung der wür-tembergischen Verfassungssachen sehr kräftig mitwirkte. Auch gab er hier eineUbersetzung von Bailleul's Werk gegen Frau von Stael mit wichtigen Anmerkun-gen heraus, und arbeitete an den „Politischen Annalen". In dieser Zeit wuchsseine durch Freunde noch gesteigerte Vorliebe für Napoleon immer mehr, und wurdenach dessen Tode zu einer Art von Cultus. Gleichzeitig scheint er im engsten Ver-trauen eines deutschen Hofes gestanden und dessen Interesse, wie überhaupt dasdes südlichen Deutschlands, lebhaft befördert zu haben. Allgemein wenigstens be-stand die noch nicht widerlegte Meinung, daß solchen Verhältnissen das berühmte„Manuscript aus Süddeurschlmd" entsprungen sei, welches 1820 unter singirtemDruckort erschien, durch die Kühnheit der Ansichten und Sprache, sowie durch dieArt der Mittheilungen das größte Aufsehen erregte, in Deutschland verboten, inEngland und Frankreich hingegen übersetzt und begierig gelesen wurde. Auch einsingirter Bericht eines Diplomaten, der im Druck erschien, und von Seiten desöstreichischen Hofes eine eigne Kritik in einer diplomatischen Circulardepeche veran-
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